meine Frau hatte schvn früher einen Widerwillen dagegengehabt, ob sie schon gern wünschte, daß ich ein Schulamt. übernehmen möchte, so wäre sie hierher doch nur ungerngegangen, zumal auch unsere Kinder hier unter meistensverwahrlosten Kindern leben und aufwachsen mußten.
Die Nörtener Waiscnhausstelle hatte aber für unsauch so manche Schwierigkeiten, daß wir erst gar nicht zueiner Entschließung kommen konnten, besonders wenn wirdie große Entfernung, also die Schwierigkeiten der Uebcr-siedelung, bedachten, und das dortige Gehalt war doch nursehr geringe. Dazu fiel nun noch ein Schreiben unseresJnspcctors Hardeland vom 12. September 1867 ins Ge-wicht, welches uns unfern Entschluß keineswegs erleichterte.Er schrieb:
Lieber Herr Eckart!
„Erst heute erhalte ich die nähere, ja sehr genaueInstruction für den Hausvater des Waisenhauses, worüberich kürzlich schrieb, und sende Ihnen dieselbe noch gleichin aller Eile zu. Wir haben gestern ein gesegnetesJahresfest und heute mit allen den auswärtigen Brüderneine recht lange Confcrcnz gehabt. Die mitfvlgcndeInstruction las ich bei der Gelegenheit den Brüdern vor,welche ja sämmtlich meinten, daß die Bestimmungen imGanzen recht günstig wären — viele wünschte», daß auchsie nur solche Bestimmungen haben möchten. Da ichindeß nicht wissen kann, wie Sie darüber denken, sendeich Ihnen die Schrift selbst. Sie wollen aber nun sogut sein, wenn es möglich ist, umgehend mir Antwortzukommen zu lassen, da ich Montag für 14 Tage aufReise muß. — Sollten Sie nicht gleich antwortenkönnen, so senden Sie Ihre Antwort an Herrn vonNathusius.
Herrn Pastor Besser bitte ich mit freundlichem Grußenochmals die Bitte auszusprechen, doch jedenfalls diedortige Anstalt noch erhalten zu wollen, wozu wir, wcnn'sgewünscht wird, einen jüngern Bruder überlassen können.Gott kann ja wieder Segen geben. Geht eine solche