Um recht baldige Antwort bittet mit freundlichemGruße Ihr
treu ergebener
Hardeland."
Während mir dieses Schreiben von Minstedt zuging,wurde mir gleichzeitig eine Schulstelle in Heidelberg, einerzum Stift Heiligcngrabe zugehörigen Colonie, angeboten.Beide Vorschläge legten mir die Entscheidung so nahe, daßich in einen quälenden Wahlznstand versetzt wurde, dennbeide Stellen sollten zum 1. October besetzt werden. Ichdurfte aber vor der Hand das eine nicht abschlagen unddas andere war ich noch unschlüssig anzunehmen. DieHeidelberger Stelle bot die Annehmlichkeit der Nähe,erleichterte mir den Eintritt ins Schnlamt und bot noth-dnrftigen Lebensunterhalt. Aber es war eine verwilderteArt Leute, darum ein ganzes Stück Missiousarbeit, zu dergewissermaßen ein ganz energischer Charakter gehörte, dennwie ich hörte, sollte der Lehrer auch gleich das Schnlzen-amt mit übernehmen, und zudem war die Kirche eine halbeStunde weit in Blnmenthal, was im Winter manchesUnangenehme hatte. Dazn kam nun noch, daß das Schnl-haus aus einem ehemaligen Colonistenhanse bestand unddarum so klein und niedlich war, daß man in der einzigenWohnstube kaum die nothwendigsten Möbeln aufstellenkonnte, und wohl für einen einzelnen Menschen genügend,für eine Familie aber zu beschränkt war. Bor allem aberwar zu erwägen, daß wir bis zur nächsten Ernte Brodkornund alle anderen Lebensinittel kaufen mußten; sodann, daßdie Kühe sehr thcner waren und eine mußten wir dochnothwendig haben, und mit derselben Heu und Stroh undmancherlei Geräthe, die wir noch nicht hatten. Da hättenwir unser Bischen Geld zusetzen können und an einenErsatz wäre nicht zu denken gewesen. Ich hätte diese Stelleüberhaupt nur im äußersten Falle angenommen, wenn sichdurchaus keine andere Aussicht nach Gottes Willen mireröffnet hätte. Dies Alles trat vor unsere Seele, als wirdie Heidelberger Schule mit unfern Augeq besahen, und