wunden. Das Posthorn ertönte in lustigen Weisen, baldwaren wir am Posthause, wo uns mein Schwager mitseiner Tochter Marie erwartete, und nun konnten wir unsin seiner Behausung unter der herzlichen Pflege unsererSchwägerin erholen. Die Pfingsttage waren ungewöhnlichkalt, so daß wir mit einer warmen Stüde vorlied genommenhätten, wenn nur der Ofen nicht defect gewesen wäre.Unser Aufenthalt verlängerte sich um einige Tage, weilSchwager Fritz auch kommen wollte, um seinen SohnWilhelm bei Schwager Carl in die Lehre zn bringen. Eswaren fröhliche T'ge für uns Alle, zumal auch SchwagerFritz seine Tochter Agnes mitgebracht hatte, die wir bisdahin noch nicht gesehen hatten. Wir machten Ausflügenach der Elbe, die sehr hoch ging, weil es im Frühjahrviel geregnet hatte, so daß die ganze Gegend unter Wassergesetzt war, und man schon dreimal gesäet hatte. Der alteLenzer Burgthnrm wurde bestiegen, und Tante Münk, diedaselbst die Wirthschast gepachtet hatte, bcwirthetc uns mitKuchen und selbstsabrizirtcm Johannisbeerweine. Auch diealte Lenzener Kirche, das Denkmal König Gottschalks, undder schöne Lenzener Kirchhof mit den Gräbern Heim-gegangener Verwandten wurden in Augenschein genommen.Minchcn mußte sich indessen einer Prüfung des HerrnPastors und Schnlinspcctors Lange unterwerfen, nach dersie der zweiten Klasse der Töchterschule überwiesen wurde.Bei derselben Gelegenheit besuchte ich auch den Super-intendenten Weinmann, der sich für unser Nettnngshausintercssirte, um mit ihm über unsere Sache zu sprechen.Sodann ging ich mit meinem Schwager zu Minchenskünftigem Lehrer Schönberg, um denselben persönlich kennenzn lernen; er versprach, sich derselben besonders annehmenzn wollen.
So verlief die Zeit schnell und wir mußten uns wiederzur Abreise rüsten. Von Minchcn nahmen wir Abendszuvor Abschied und befahlen sie dem Schutze und SegenGottes. Am andern Morgen fuhren wir mit der Postvon Lenzen über Wittenberge nach Perlebcrg, wohin mein