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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
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Pcrlcberg zu. Für Minchcn war dicse Reise, als dir erstein ihrem Leben, höchst interessant. Alles machte einen regenEindruck ans sie. Das Wetter, welches am Morgen rcgnicht,klärte sich gegen 9 Uhr ans, so daß wir in Perlebcrgtrocken ankamen. Die schöne Kirche, mit dem 1854 fastneuerbautcn Thnrmc, das schöne Rathhans, besonders aberdas große steinerne Rolandsbild auf dem Markte, warenMinchen merkwürdige Dinge. Von Perleberg fuhren wirmit dem Omnibus nach Wittenberge. Der Omnibus hieltam Bahnhofe. Bald kamen einige Eisenbahnzüge brausendund pfeifend an. Das waren die ersten Eisenbahnwagen,welche Minchen sah. Das Leben und Treiben im neuenWeltverkehr trat vor ihre Augen; sie, die bisher in unsereseinsam gelegenen Hauses Räumen und in ländlicher Stilleihre Jugend verlebt, wußte kaum, wie ihr geschah. Dawir bis zum Abgange der Post noch Zeit hatten, so gingenwir nach der Elbe, um daselbst die große, schöne Elbbrückeund die Schiffe zu besehen. Endlich war es Zeit zur Ab-fahrt. Eine ungewöhnlich große Anzahl Passagiere wolltendiesmal das Pfingstfcst in dem ziemlich abgelegenen Lenzenfeiern, so daß die Postvcrwaltnng in nicht geringe Ver-legenheit wegen Hcrbeischaffung der nöthigen Beiwagenkam und sich deren Abgang ungewöhnlich verzögerte, bisdenn endlich eine Stunde später der letzte Wagen herbei-geschafft wurde, in welchem wir auch mit Platz fanden.

Es ist ein ziemlich beschwerlicher Weg, dieser LenzerPostweg, und nur wenige Ortschaften berührt er: Cumlosen,mit einer schönen nenerbauten Kirche, der Hauptort desLändchens Cumlosen, dem Grafen von Willamowitz-Möllendorf gehörig, wo die Post anhält; Lanzer Mühle,gegenüber dem Schlosse Gadow, wo der Graf wohnt;Lanz, den Geburtsort des Turnvaters Friedrich Jahn,dessen Bildsäule mitten im Dorfe steht, und dann dieHopfengärten an der Elbe entlang dem Ziele unserer Reisezu. Minchcn wurde zuletzt recht übel zu Muthe, als sichaber der alte Vurgthnrm und der Thurm der Stadtkirchezeigten, da wnrde auch das letzte Wehe des Weges über-