Probe stattfand, so waren doch manche spcciellen Punkte,nm die ich mich kümmern mußte. Nim war zwar derLehrer in Schönebeck, Futh, ein halb Jahr im CöpenickerLehrer-Seminar gewesen, hatte also selber nur einen Durch-gangs-Cnrsns absolvirt, indessen konnte er mir doch mancheWinke geben, welche Gelegenheit ich auch nicht unbenutztließ. Ich überließ dem HErrn die Sache, ihn bittend,wenn es sein Wille sei, mich auch mit der nöthigen Kraftund Weisheit auszurüsten, deren ich so nöthig wie jederandere bedurfte, um in einer Prüfung bestehen zu können,zn der ich doch nicht regelrecht vorgebildet war, und die,wie vorauszusehen war, desto gründlicher geschehen mußte.
Inzwischen nahm uns eine andere Angelegenheit inAnspruch. Wir wollten unsere älteste Tochter Minchengern nach Lenzen zu meinem Schwager Carl Koch bringen,damit sie die dortige Töchterschule besuchen und zugleichetwas mehr mit Mädchen ihres Alters in Umgang kommensollte, da sie ihre bisherigen Kinderjahre fast nur unterKnaben zugebracht hatte. Ich schrieb deshalb an meinenSchwager, welcher auch damit einverstanden war, und sosetzten wir das Pfingstfest zum Besuche fest, da in dieserZeit unser Cousin Carl Koch, welcher im Seminar inKyritz war und in der Zeit Ferien hatte, im Rettungshauseuns vertreten konnte, da er manchmal die Ferienzeit gernbei uns verweilte. Derselbe kam auch am Freitage vorPfingsten noch rechtzeitig an und wir vollendeten nun unsereZurüstungen zur Reise, um am andern Morgen mit demPlanwagen des Handelsmannes KInth in Schönebeck nachPcrlcbcrg zu fahren.
Am 3. Mai, Morgens 4 Uhr, fuhren wir mit Minchcnans dem Hause, darinnen sie geboren und ihre bisherigeKiuderzcit verlebt hatte, und das sie auch seitdem nichtwieder gesehen hat. Emilie und Rudolf waren recht be-trübt, daß Minchcn nun von ihnen gehen sollte für langeZeit, aber Minchen hatte schon ihre Gedanken ans dieReise und nach Lenzen, und stieg vergnügt in den Wagenmit kurzem Abschiedsgrnß, und fort rollte der Wagen nach