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7,Erg.-Bd., Lfg.1- (1859) [Ergänzungen und Nachträge zum Bayerischen Adel]
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DIE NEUEN WAPPEN DES ]

Kuppel des Zeltes stehen in altrussischer Schrift dieWorte: Cznami Bog., d. h. Gott mit uns!

Hinten und über dem Wappenzelt kommt an g.Lanze, die Reichsfahne, hervor, welche ganz g.mit Fransen und Quasten in den Reichsfarben (#, g.,s.) verziert ist, und auf welcher das mittlere kaiserlicheReichswappen (s. d. Taf. 26.), doch ohne die Neben-schilde zu sehen ist.

Auf der Spize der Lanze ist eine g. Kugel und aufdieser steht der kaiserl. Adler wie im Schild, doch ohneZepter und Apfel.

Ueber und um das ganze Vorherbeschriebene zeigensich fünfzehn Schilde durch g. Schnüre aneinander ge-hängt, und zwar oben in einer Reihe sechs kleinereSchilde ungekrönt, welche unten auf Tafel 25, und rings-herum neun gekrönte Schilde, welche auf Tafel 23 und24 in grösserm Masstabe abgebildet und daselbst beschrie-ben werden werden.

Tafel 23-Wappen der Reiche Hasan, Astralian,Pulen, Palleten und Sibirien.

Das oberste Wappen zur rechten Seite des Zeltesist das von Kasan. Dasselbe hat in S. einen g.-ge-krönten und g.-gewaffneten # Drachen mit r. Flügeln,und r. Schwänze *)

Der oberste Schild zur linken Seite ist der vonA s t r a h a n , und hat in B. eine g. Spangenkrone durch-aus gr.-gefüttert; unter der Krone liegt ein blankesorientalisches Schwert mit g. Griff.

Der zweite Schild rechts ist P o 1 e n : in R. ein g.-gekrönter s. Adler.

Der zweite Schild links ist S i b i r i e n : in Herme-lin zwei # Zobel gegeneinander aufspringend, beide miteiner Vorderpranke eine g. Krone in die Höhe, mit derandern aber einen querüberliegenden r. Bogen haltend,hinter den Zobeln gestürzt und geschrägt zwei r. Pfeile.

Der dritte Schild rechts ist Taurien (taurischerKersones) : in G. ein gekrönter # (bizantinischer) Adler,g,, gewaffnet, mit g.-bordirtem b. Brustschild, darin eing, griechisches Patriarchenkreuz **).

Tafel 24-Wappen der Reiche Krusinien, Kiew,Finnland und des) Hauses Romanow.

Der dritte Schild zur linken Seite enthält das Wap-pen von K r u s i n i e n (Kaukasus) und hat den Schildgeviertet mit Herzschild und unten eingeschobener Spize.

Der Herzschild hat in G. auf #"Ross einen b.-ge-harnischten hl. Georg ein g. Kreuz auf der Brust, ab-fliegenden r. Mantel, der mit r. Lanze einen unten lie-genden gr. Drachen ersticht (wegen Krusinien). Dieeingeschobene Spize hat in G. auf flüchtigem # Rosseeinen Tscherkessen in s. Rüstung, r. Rock und ^Pelz-mantel, auf der rechten Schülter eine zum Wurfe gerich-tete Lanze tragend (wegen Tscherkcssien und derB e r g 1 ä n d e r).

Das 1. Feld des Hauptschildes hat in R. ein auf-springendes s. Ross im vordem Unter- und hintern Ober-Eck von einem achtstrahligen s. Stern begleitet (wegenIberien); das 2. Feld : in G. ein freischwebenderfeuerspeiender gr. Berg, dahinter geschrägt zwei # Pfeile(K a r t a 1 i n i e n), 3. in B. ein g. Schildlein, darin einr. Mondim ersten Viertel"; hinter dem Schildlein ge-schrägt zwei s. Pfeile, über und zu jeder Seite desSchildleins zwischen den Pfeilen ein s. (sechsstrahliger)Stern (wegen Ii a b a r d a); im 4. Feld ein gekrönterr. Löwe in G., wegen Armenien.

Der vierte Schild rechts enthält die vereinigten Wap-pen Kiew Wladimir und Nowgorod: Derselbe

V) Dieser und die nachfolgenden Schilde auf Taf. 2. und 3. sindmit den dazugehörigen Kronen gekrönt.

**) Ueber die bizantinische Form des Adlers siehe raeine Beraer*kung bei Russland I. 2. Abth. S. 3. in der Note. Betreifs desgriechischen Patriarchenkreuzes, so soll der oberste Arm das Quer-holz des Kreuzes, worauf der Name J. N. R. i. stand, der zweiteArm das eigentliche Querholz des Kreuzes und der unterste, ge-wöhnlich schraggestelite Arm den Fusstritt des Kreuzes Christibezeichuen. -

VII. Ergänzungsband.

USSISCHEN KAISERTHUMS. 45

ist durch eine s. Spize von B. und R. gespalten. Imvordem Plaz der hl. Michael in s. Gewand mit g. Schildund blankem Flammenschwert (Kiew); der hintere Plazhat einen g. vorwärtssehenden Löwen mit eiserner Krone,die mit G. u. Edelsteinen verziert ist; mit den Vordeipran-ken hält der Löwe ein langes s. Kugelkreuz (wegenWladimir). In der Spize steht über einem b. Fuss, da-rin zwei gegeneinander schwimmende Fische, ein g.Thron mit r. Kissen, auf welchem geschrägt ein g. Zeprter (rechts) und ein g. Kieuz (links) liegen. Auf derLehne des Stuhles steht ein dreiarmiger g. Leuchter mitbrennenden Kerzen, nnd der Thron selbst wird von zwei# Bären gehalten (wegen Nowgorod).

^ Der vierte Schild links enthält das Wappen vonFinnland; in r., mit s. Rosen besätem Felde eingekrönter g. Löwe, welcher in der rechten Pranke einkurzes gerades Schwert aufrecht, in der Linken aber einlanges gekrümmtes abwärts hält.

Der neunte Schild, welcher unten in der Mitte stehtenthält das Geburtswappen S. M. des Kaisers, d. i. dasWappen des Hauses Romanow.

Dieser Schild ist gespalten, die vordere Hälfte istfl:-bordirt und die Bordur mit acht Löwenköpfen, ab-wechselnd g. und s., belegt; innerhalb der Bordur inS. ein r. Greif, welcher in der Rechten ein blankesSchwert, in der Linken aber einen g. Schild, auf wel-chem oben ein Adler steht, hält (wegen Romanow).Die hintere Hallte des Schildes enthält das Wappen de»Hauses Oldenburg, und ist geviertet mit gespaltenemgekrönten llerzschild und unten eingeschobener Spize.Der Herzschild hat vorne Oldenburg, hinten Del-menhorst. Die Spize ist wegen Dithmarschen.Im Hauptschild 1. Norwegen, 2. Schleswig,3. Holstein und 4. Stormarn *).

Tafel 25-Vereinigte Wappen der Cfrossfürsten-tltümer und Fürstentlii'mier in Gross-russland, Weissrussland unillVordrusg-land, sowie der lialtisclten, «südöstlichenund nordwestlichen Reiche.

Die sechs Schilde über dem Wappenzelt enthaltendie vereinigten Wappen der Grossfürstenthümer undFürstenthümer und zwar von Rechts nach Links gezält **):

I. Wappen der vereinigten baltischenReiche: Geviertet. 1. in G. drei schreitende b. Löwenübereinander (E s t h 1 a n d ***), 2. in R. ein s. Greif, mitblankem Schwert in der Rechten auf der Brust den Na-menszug (Wenzel) Iii NB (d. h. Peter Kaiser) untereiner Krone tragend (Lievlandrf), 3. Geviertet vonS. und B. in a. und d. ein r. Löwe, in b. und c. ausdem Rand wachsend ein s. Elenthier mit Herzogshutzwischen dem Geweih (Kurland ff) und Semiga-

*) Diese Wappen sind im I. Bde., I. JLbth. S. 39 bei Oldenburgbereits beschrieben worden.

**) In der k. k. Verordnung sind diese Schilde in folgender Reihebeschrieben: 3., 4., 2., 5.» 1., 6., im Siegel aber so wie aufTatel 22. gestellt.

***) Nach der obenerwähnten Mittheilung aus Kurland sollen es Leo-parden oder vorwärtssehende Löwen sein; das Wappenwurde der esthländ. Ritterschaft von K. Waldemar II. von Däne-mark verliehen.

f) Der oben angeführten Quelle nach muss auf der Brust des Grei-fen nicht der Namenszug wie oben, sondern verschlungen dielateinischen Buchstaben S. A., d. h. Sigismundus Augustus unterder polnischen Krone stehen. Diess Wappen wurde der lief-ländischen Ritjterscliaft bei Gelegenheit der Vereinigung Lievlandsund Litthaueite von König Sigmund von Polen verliehen d. d.26. Dez. 1566-

ff) Nach ebenderselben Mittheilun^ ist das Wappen der Kurland i-schen Ritterschaft nach der Vereinigungsakte derselben mit derPilten'schen Ritterschaft dd. 27. März 1819: der kaiserl. russ,Adler, auf dessen Brustbein gevierteter Schild mit Herzschild.Dieser ist getheilt, oben an S. das schwarze Deutschordenskreuz,unten in R. (?) ein Osterlamm. Der Rückschild ist wie obenFeld 3. beschrieben. Doch dass die Elenthicre statt des Her-zo^shutes einfach eine g. Krone tragen. Diese drei Angaben,welche von der Beschreibung in der k. k. Verordnung vom 11.April 1857 wesentlich differiren, sind obgedachter Quelle nach:wörtlich dokumentirt zu finden in dem vom K. Nikolaus I. d. d.Peterhof 1. Juli 1845 bestätigtenProvinzialrecht des Ostseegou-vernements" II. Th. §. 42., Beilage. Ich würde mehrgedachtemHerrn Einsender für die Mittheilung von Siegelabdrücken derruss. Ritterschaften um sie s. Z. in diesem Werke veröffentlichenzu können, dankbar verbunden sein.

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