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Erziehungsanstalten, die das ganze Leben ausfüllen; also wollen wirsie mit Dank annehmen und nach ihrer Bestimmung benutzen." —Mit tiefem Schmerz sah er die unfreie, undeutsche Entfaltung derinnern Verhältnisse in Preußen und Deutschland. Der Unmut, der ihmdas Herz füllte, malte sich mitunter im düstern Angesicht. Zu seinemalten Freunde von Arnim sagte er im August 1827: „Am deutscheuBundestage wird vieles versäumt. Die wahren, nicht die erlogenen undeingebildeten Zeitforderungen, die wohl zu unterscheiden sind, werdennicht gehörig erforscht, erkannt und beachtet. Das ist sehr übel, dieschlimmen Folgen werden nicht ausbleiben. . Die Menschen wollenklüger sein, als der Schöpfer. Ich bin alt nnd hoffe die neu-babylonische Verwirrung nicht mehr mir ansehen zu müssen. Sie sindviel jünger als ich, und werden wahrscheinlich noch gewaltige Stürmeüber uns und andere Völker hereinbrechen sehen. Da tut es not, mehrals je mit festem Gottesvertrauen sich zu wappnen, um die rechte innereStütze und Richtung nicht zu verlieren. Gott wird die Welt noch nichtuntergehen lassen; aber die wohlverdiente Züchtigung kann und wird erin seiner weisen Gerechtigkeit nicht immer erlassen." Keine drei Jahrespäter, da brach die französische Julirevolution aus, zuckte in Deutsch-land nach, und am Horizont flammte von Frankreich her fchon diedrohende Kriegsfackel wieder empor. Da rief der alte Stein, frisch wiein seiner kräftigsten Jugend: „Wir wollen keine Franzosen mit ihrensechsundzwanzig Konstitutionen, ihren Advokaten nnd Zeitungsschreiber-regierung. Wir wollen nicht diese irreligiöse, eitle, habsüchtige, selbst-süchtige Nation. Wir wollen nns vereinigen, sie zu bekämpfen, sie zurück-zuschlagen. Es handelt sich weder um Preußen, noch um Oesterreich,noch um Bayern, noch um den Fürsten von Renß-Greiz oder den vonSchwarzburg-Sondershausen. Es handelt sich um die Volkstümlichkeit,die Unabhängigkeit Deutschlands!" Um Preußen vor der Revolutionzu bewahren, welche später unter dem großherzigen Friedrich Wilhelm IV.so viel Jammer angerichtet hat, bat Stein mit den westfälischen Ständenseinen alten Freund, den Prinzen Wilhelm, königlichen Statthalter fürRheinland und Westfalen, anss nachdrücklichste beim Könige dahin zuwirken, daß die wahren, nicht die erlogenen und eingebildeten Zeitfor-derungen der Preußen und Deutschen noch zur rechten Zeit erfüllt werdenmöchten. Der Prinz hatte das nicht in so feurigen Worten getan, wienach Steins Ueberzeugung die Not der Zeit, es verlangte. Als nun derStatthalter mit seiner Gemahlin Marianne und seinen Kindern nachSchloß Kappenberg zum Besuch kam, nahm Stein vor der Mittagstafeldie Königliche Hoheit und den Begleiter, Grafen Anton Stolberg, inein Nebenzimmer allein, und fuhr ihn mit gewaltiger Stimme an: „DieZeit sei nicht so süß und so sanft, daß er, der Prinz, so tüchtige undmächtige Dinge, so gerechte und gebotene Wünsche, als die trenestenStände hätten aussprechen gemußt, mit so süßen und sanften Verblü-mnngen nnd Verzierungen der Königl. Majestät hätten darlegen gesollt,sondern Sie hätten den vollen Ernst und die ganze Furchtbarkeit, welchedie Zeit in ihren Eingeweiden trage, und wie ihr nur mit starken undheroischen Mitteln zu begegnen sei, dem Könige mit ehrlichster, geradesterOffenheit schildern und darstellen müssen!" Prinzeß Marianne, die imSaale nebenan die Kraftworte vernommen hatte, war vor Schrecken er-blaßt. — Der Greis aber, als er ausgedonnert, sagte ruhig: „So, jetzt