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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
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doch noch mitunter ein Lied von Dr. Luther oder Paul Gerhardt,und wenn man fromm sein will, so gehts doch." Hatte er eingar zu seichtes Moralgeschwätz in der Kirche gehört, so suchteer durch häusliche Andacht seine Seele zu nähren. Mit großerBefriedigung las er z. B. Theremins Predigten und strich seinerSchwester Stellen an, welche klar und entschieden das alleinigeHeil durch Jesum Christum betonten. —' Weil er in den altenKern- und Kraftliedern unserer Kirche seine Seelenweide fand,forderte er auch für die Gemeinde ein gutes Gesangbuch. Eswar die Zeit der Kirchenlieder-VerWässerung. Als die SynodenCleve, Jülich, Berg und Mark ein neues Gesangbuch heraus-geben wollten, bat Bäumer Stein um seine Meinung. „Fürserste", antwortete Stein, „muß das Gesangbuch mit dem allge-meinen, christlichen Glaubensbekenntnis übereinstimmen. Dennwer gibt einer Gesangbuchskommission oder einem Konsistoriumoder irgend einem Verein einzelner Personen die Befugnis, vondiesem allgemeinen Glaubensbekenntnis eigenmächtig abzuweichen?Der, der es bezweifelt, verlasse Kanzel und Katheder und handlenicht gegen den ihm erteilten Berus. Das andere wäre, manwähle alte Lieder bis zu dem Anfang des 18. Jahrhunderts,denn das spätere Zeitalter, auch großenteils das unsrige istkein religiöses, ist ein wissenschaftliches, industrielles, kommer-zielles, politisierendes, geschwätziges, frech absprechendes und höchsteiteles Zeitalter. Eitelkeit nennt Herr Burke, ein großer eng-lischer Staatsmann, die Quelle aller Laster, die Nachäfferin derTugenden. Ich würde also unter den Tausenden von vortreff-lichen alten Liedern auswählen, sie nicht ändern aus den obenangeführten Gründen, zu denen hinzukommt, daß so viele Ge-schlechter in diesen, alten Trost, Erbauung und ein Asyl fandengegen langweilige kalte Prediger, die ihr schales Machwerk oftmit einem widrigen Organ, lächerlicher Gebärde und großerSelbstgefälligkeit vortragen."

Den festen Glaubensgrund, in dem Stein Anker geworfenhatte, konnte er andern mit einer wahrhaft heldenmütigenBeredsamkeit anpreisen. Sein Freund und früherer Mitarbeitervon Gagern schrieb ihm nacki einer schweren Krankheit, erhabe in Ciceros Buch von der Natur der Götter viel Tröstunggefunden, während man den christlichen Glauben nicht ein-fchnupfen könne. Stein antwortete am 6. Mai 1822: „Inder ernsten, feierlichen Stimmung, in die Sie die Erwartung