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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
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hatte die. Trübsal noch kein Ende. Im Jahre 1817 erblindeteStein auf einem Auge; zwei Jahre später wurde ihm derBalsam seines Lebens genommen. Ihre Leiche setzte Stein inder Familiengruft zu Frucht bei (s. S. 2), ihr Herz aber, umes stets in seiner Nähe zu haben, im Schloßpark von Nassau,unter dem Schatten eines alten Baumes, dem Gottesacker derStadt gerade gegenüber, dazu die Inschrift: „Dieser'ZeitLeiden sind nicht wert der Herrlichkeit, die an unssoll offenbaret werden."

Der Leser weiß schon, welche Worte der trauernde Gattenoch in der Nacht ihres Todes niedergeschrieben hat. (S. 17).Seinem Freunde, dem Pfarrer Stein in Frankfurt, gestand er injener Trauerzeit, daß der Keim der frühen Liebe und Achtungfür die Lehren und das Leben unseres Heilandes, welcher zwarniemals in ihm unterdrückt gewesen, doch in den Leiden undtrüben Stunden am Abende seines Lebens erst recht entwickeltsei. Immer bestimmter trat der seltene Mann mit seinem christ-lichen Bekenntnis auf den Plan. Vor allen Dingen verlangte ervon den Hirten des Volkes, daß sie ihrer Herde nicht Strohund Häckerling, sondern die frische Weide des lebendigen Gottes-wortes böten. Noch herrschte auf vielen Universitäten und Kan-zeln eine spindeldürre Verstandesreligion. „Mit dem höchstenUnwillen", schreibt er an Prinzessin Marianne, „vernimmt mandie Frechheit, mit der die Halleschen Professoren Wegscheiderund Gesenius den zum Unterricht der jungen Gottesgelehrtenbestimmten Katheder mißbrauchen, um die wesentlichsten Wahr-heiten der christlichen Religion zu verwerfen." Und an denMinister Eichhorn: „Wenn der heillose Rationalismus inunserer protestantischen Kirche doch aufhörte! Warum will mandas Unerklärbare erklären, das Geheimnisvolle enthüllen mitunserem zerstückelten Wissen, unseren beschränkten Kräften? Wiewenig wir wissen, wie wenig wir imstande sind, uns selbstzu erkennen, sollten uns doch die neuesten Weltbegebenheitenbelehren! .... Eine Synodalverfassung wird unsere protestan-tischen, aufgeklärten Geistlichen zwingen, zu der Einfachheit derchristlichen Lehre zurückzukehren; denn nicht ihr exegetisches,naturphilosophisches Gewäsch, nicht ihr christlich atheistischesRotwälsch, sondern die einfache Lehre des Christentums, auf diesich Glaube, Liebe, Hoffnung gründen, will nnd bedarf dasdeutsche Volk zur Richtschnur im Leben, zum festen Hort und