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und mit den Russen vereint die Befreiung Deutschlands zubeginnen. Jork, von seinem Könige trotz wiederholter Bittenkeine Weisung erhaltend, schloß am 30. Dezember Z812 aufeigene Gefahr in Tauroggen ein Bündnis mit Kaiser Alexander.Das war das erste wirkliche Morgenrot der deutschen Erhebung.„Handele ich unrecht", schrieb Aork dem Könige, „so werde ichmeinen alten Kopf zu Ew. Majestät Füßen legen." Nun eilteauch Stein mit seinem Freunde Arndt nach Preußen. Soldaten-leichen, Pferdekadaver, hingeworfene Waffen, Trümmer vonKanonen, Wagen und Karren, das war alles, was sie vonihrem sausenden' Schlitten aus in den litauischen Wäldernund auf den Schnee- und Eisflächen sahen. „Raben krächzten",erzählt Arndt, „und Wölfe heulten ein gräuliches Konzert dar-über her. O, schaurig waren die Nächte, wo der Mond unddie Sterne auf den grausen, kalten Jammer herabschauten!"Mit feuriger Inbrunst flog Stein dem deutschen Vaterlande zu.Doch warmen Herzens nmfaßte er auch die Freunde, die hoheuund niedern, welche er unterwegs antraf. In Pleskow amPeipusfee besuchte er den wackern General Chazot, welcher dortaus den Tausenden deutscher Gefangenen — 80 000 Deutschesind von Napoleon in Rußland hingeopfert — Freiwillige fürdas neue deutsche Heer werben wollte. Er lag, von seinenRekruten angesteckt, totkrank am Lazarettfieber. Sein AdjutantTiedemann führte Stein ans Bett, warnte aber dringend, demansteckenden Hauche des Kranken nicht zu nahe zu treten. „Eiwas Lebensgefahr!" rief Stein, „wir stehen immer zwischen Lebenund Tod, aber auf diesem Felde steht man doppelt dazwischen!"Dann neigte er sich tief über den pestkranken Freund und küßteihm zum Abschied die edle Stirn. —
In der Nacht darauf war Stein in dem hölzernen Wagen-schlitten ein wenig eingeschlummert. Sein Bedienter, ein langer,tapferer Böhme mit schwarzem Schnnrrbart und grimmigem Blick,wandte sich um und zog den ledernen Vorhang vor SteinsGesicht zusammen, um den geliebten Herrn vor dem Frost zuschützen. „Will er mich schon wieder im Affenkasten einsperren?"rief Stein Und gab dem alten Grenadier tüchtige Nackenstöße.Kaum war Stein wieder eingeschlummert, als der Treue, allePüffe nicht fürchtend, den Ledervorhang abermals zuzog. AlsStein wach wurde, erhielt der Alte von ihm aufs neue seinefaustüblichen Stöße. Indes rührte er sich nicht. Er hatte gegen