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Napoleon bot unter günstigen Bedingungen den Frieden an.Umsonst. Ganz Rußland stand jetzt gegen ihn auf. Der Kriegverwandelte sich in einen Volkskrieg, einen heiligen Krieg.Napoleon suchte verzweifelt ein anderes Winterquartier. Aberwohin? Die Russen hatten die Straßen verlegt. Nur eineStraße blieb ihm, dieselbe, die er gekommen war, durch dieeingeäscherten oder ausgeplünderten Dörfer und Städte, vonihm selbst kenntlich genug gemacht. Auf ihr gings rückwärtsmit stürmischer Hast. Die Kälte stieg zum schneidenden Frost.Der Himmel schüttete endlose Massen Schnee hernieder, denabgehärteten Russen ein heimischer Anblick, den Franzosen einEntsetzen. Vor ihnen her schlich Mangel und Hunger, hinter-drein jagten die Kosaken, die Kälte, die Verzweiflung. DerRückzug wurde wilde, grauenvolle Flucht, welcher kaum einezweite auf Erden gleich gewesen ist. Das war Gottes Gericht.„Es ist der Wille der Vorsehung", sind Steins Worte, „der sichaufs offenbarste und schlagendste in dieser furchtbaren Schicksals-wendung gezeigt hat. Es ist die Verblendung des Verbrechensund des tollsten Hochmutes, die Napoleon fortgerissen hat indieser Unternehmung, welche zu seiner Schande ausgeschlagenist und seine Vernichtung zur Folge haben wird." In Deutsch-land aber sang man von einem Ende zum andern:
Mit Mann und Roß und Wagen,
So hat sie Gott geschlagen!
Es kriecht im Schnee umherDer mächtgen Franzen Heer;
Der Kaiser auf der Flucht,
Soldaten ohne Zucht!
Mit Mann und Roß und Wagen,
So hat sie Gott geschlagen.
Der Kaiser ohne Heer,
Die Jäger ohn Gewehr,
Der Stiefel ohne Sporn,
Die Ohren abgefror'n.
Mit Mann und Roß und Wagen,
So hat sie Gott geschlagen.
Der Trommler ohne Stock,
Kürassier im Weiberrock.
Der Ritter ohne Schwert,
Der Reiter ohne Pferd!
Mit Mann und Roß und Wagen,
So hat sie Gott geschlagen.
Der Fähnrich ohne Fahn,Die.Flinten ohne Hahn,Die Büchsen ohne Schuß,Das Fußvolk ohne Fuß!Mit Mann und Roß und Wagen,So hat sie Gott geschlagen.
Die Feldherrn ohne Witz,Stückieute ohn Geschütz, ^Die Flüchter ohne Schuh, ^An keinem Orte Ruh.
Mit Mann und Roß und Wagen,So hat sie Gott geschlagen.
Mit Hunger ohne Brot,
An allen Orten Not;
Mit Wagen ohne Rad,
Das Herz im Leibe matt.Mit Kranken ohne Wagen,So hat sie Gott geschlagen!