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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
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es, mit keiner Faser am Gelde; aber er wußte, daß der Staat,um zu gedeihen, Gelder und zwar gut verwaltete Gelder habenmuß. — Darauf also richtete sich seine Sorge; denn er warFinanzminister. Doch Geld ohne Vertrauen nutzt auch nichtsonderlich. Darum sann er noch viel emsiger darauf, das all-gemeine Vertrauen im Handel und Wandel wie das zur Staats-regierung zu heben. Dabei hat freilich sein Haß gegen Un-recht und Frevel mitunter einem verzehrenden Feuer gleichenmüssen. Nur einen Zug. Bald nach seiner Amtsübernahmein Berlin hatte er den Obersteuereinnehmer Baron v. G.wegen Betrugs dem Gefängnis übergeben. Der Mann hatteMittel gefunden, heraus zu kommen nnd stellte sich nun, ohneseine Schuld zu bereuen, ziemlich keck dem Minister vor mitden Worten: „Ich wollte mir die Freiheit nehmen, mich Ew.Exc. zu zeigen. Se. Maj. der König haben die Gnade gehabt,mich wieder zu habilitieren." „Gehe Er", donnerte Stein, „be-schmutze Er mir nicht die Augen. Gott hat dem Könige dieMacht der Begnadigung gegeben; aber kein König kann auseinem Schurken einen ehrlichen Mann machen." Dann griffer zum Stock und rief: „Fort, die Treppe wieder hinunter,ich will ihm zeigen ..." Ehe der Satz zu Ende war, hatteder Baron Tür und Treppe gefunden. — König FriedrichWilhelm III. war ein offener, ehrlicher, reiner Charakter undvon Stein hoch geliebt und verehrt. Aber seine nächstenRäte waren der schweren Zeit nicht gewachsen und schondarum der Ruin des Landes. Das Haupt des Kabinetts,der frühere Advokat Beyme, hatte etwas von Energie, abernichts von dem notwendigen staatsmännischen Blick. SeinHelfer, der Graf von Haugwitz, machte ein süß frömmelndesWesen zum Deckmantel seiner unreinen Lüste, scheute sich sogarnicht, gegen des Königs Willen einen Vertrag mit Napoleonabzuschließen, durch welchen Oesterreich niedergeworfen undPreußen mit Schmach bedeckt wurde. Erst durch diese Kabinetts-rüte konnten die Minister, welche noch dazu ohne gemeinsameBeratung handelten, mit ihren Anträgen zum Könige kommen.Da hielt es Stein, obwohl gerade durch Beyme Ministergeworden, für heiligste Liebespflicht, dem Könige die Wahrheitzu sagen. Er übergab ihm durch die Königin Luise im April1806 eine Denkschrift: Darstellung der fehlerhaften Organisationdes Kabinettes und Notwendigkeit der Bildung einer Ministerial-

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