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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
Entstehung
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Ich bin die Alauer.

milde, hatte sogar etwas Mädchenhaftes im Ausdruck, und fühltesich viel mehr zu seinen sanfteren Schwestern, namentlich der10 Jahre ältern Marianne hingezogen, als zu seinen Brüdern,weshalb er mit jenen auch weit öfter und lieber spielte. Mitsinnigem Nachdenken konnte er sich im Anschaun der Bäumeund Blumen verlieren. Wenn seine Mutter oder SchwesterMarianne einen neuen Baum pflanzten, stand er meist mitstummer Freude daneben, und noch als Greis hat er solcheBäume, die er als Kind pflanzen sah oder bei seinen Spielenund Ausflügen lieb gewonnen hatte, in Gegenwart guter Freundegestreichelt und umarmt, wie mans lebendigen Lieblingentut. — Als Karl vom Stein 16 Jahre alt war, bezog er -dieUniversität Göttingen und studierte dort Rechts- und Staats-wissenschaften, besonders gründlich aber Geschichte, namentlichdie deutsche und englische. Rein und unbefleckt, wie er hinge-kommen war, erhielt er seine Seele in dem Strudel des oft rechtunsauberen Studentenlebens. Mit ganzer Wärme gab er sich derFreundschaft hin. Nicht hochadlige, zwei bürgerliche Jünglinge,voll edlen und hohen Strebens, wie er selbst, Brandes undRehberg, waren die Beglückten, welche er sein nannte. „Steinsedle Züge", so malt ihn der letztere in dieser Zeit, „wurdenvon geistblitzenden Augen erleuchtet. Sein Mund war klein undfein, fast weiblich hold, seine Stirn immer ernst. Es war etwasLeidenschaftliches in allen seinen Empfindungen. Aber welche