Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts. 637
1513 und 1514 findet sich bei Meyer 1 ). Sie erscheint alsdurchaus zuverlässig, indem ihr die noch im städtischen Archivbefindlichen gleichzeitigen privaten Aufzeichnungen, sowie dieamtlichen Protocolle und Acten zu Grunde gelegt sind. Dieerste neue Bereicherung des hier verarbeiteten Materials bietetdas vorstehende Spottgedicht. Dieses behandelt jedoch keines-wegs den ganzen Verlauf der für die Stadt so wichtigen An-gelegenheit, sondern lediglich deren Anfänge: das energischeAuftreten der Zünfte und die Ergebnisse der auf ihr Ver-langen angestellten Untersuchung der städtischen Verwaltung,bietet demnach keine Veranlassung, die ganze von Mey ex-gegebene Darstellung einer nochmaligen Prüfung zu unter-ziehen. Durch Ton und Auffassung unzweifelhaft ein sehrwichtiges Zeugniss für die in der Bürgerschaft herrschendeStimmung, erweitert es unsere Kenntniss im wesentlichen nurnach einer Seite, indem es ein mit genauester Kenntniss derPersonen xxnd Verhältnisse zusammengestelltes Verzeichniss der-jenigen Mänxxer gibt, die durch unerlaubte Handlungen beidirecter oder indirecter Theilnahme an der Verwaltung conx-promittirt waren. Es wird demnach genügen, diese Angabenmit den von Meyer gegebeneix zu vergleichen und festzustellen,welche uxxd wie viele xxeue Namen wir dem Gedichte entneh-men könxxen.
Die ersten 7 5 Verse bei'ichten über den Beginn der gegenden Rath gerichteten Bewegung; es darf nicht unerwähntbleiben, dass hier die Zeitangaben nicht mit den von Meyergemachten übex-einstimmen. Das Gedicht bezeichnet ausdrück-lich in Vers 41 deix 'Gross-Vastelabendstag', der ja auch inder Ueberschrift hervorgehoben wird, als denjenigen, wo dieBürgerschaft zuerst die Autorität des herrschenden Rathes ixxFrage stellte, sich auf das Rathhaus begab und Herausgabeder Thorschlüssel forderte. Es ist nicht mit Sicherheit fest-zustellen, welcher Tag hier gemeint ist; während man näm-lich ixx ganz Deutschland gleichtnässig den Dinstag nach demSoixntage 'Estonxihi' die 'gemeine Fastnacht' nannte, wird bald
') Vgl. Meyer, Achensclie Geschichten, S. 419—426, danachHaagen, Geschichte II, S. 114—120. Beeck, S. 253 a. E., hat nureine ganz dürftige Notiz, welche Noppius nicht einmal wiederholt.