630 Zwei Achener historische Gedichte dos 15. u. 16. Jahrhunderts.
Nhun wil ich galin bei Ponell:clat was auch ein scharpfer dorn,
220 ihm (locht, ehr sies zu mitzen in dehm korn,das ehr ein rhaetsher was gekoeren.
Man hiel ihm vor einen geck zu voren; [31]
nach Weisheit hatt ehr groissen durst,seinem broder Jan hait ehr geschlafen auf sein borst,225 dehm hait ehr die weisheit abgesoegen,
aber mich dunkt, ehr ist dahrmit bedroegen!
Dahmit sag ich euch goede nacht,arme klanten hait ehr deck veracht.
Aich, Simon von Thenen, Got geb dir goeden morgen!230 Wie wol bistu kommen ausser dieser sorgen!
Als du gesessen hets bis nach in den rhaet,so stundestu auch in diesen staet.
Des mach ehr Gott wol danken sehr.
Juris Ei bis, den is sehr aen ehr,
235 dat man ihme hait alsulche quart,
des trecken sei zu Munster mallich einen bart.
Peter Butterioich is hie geblievenund hait sein gelt haestigh gegieven.
Lieber gesell en is't nit also?
240 Die leister en fiengh ehr aber nit noh,wat ehr kunt kreigen in seinen bart,die wahr ihm zu weich noch zu hart.
)
227 euch bezieht sich iool auf die Brüder Ponell. Kr bietet ihnengute Nacht, weil er nichts mehr von ihnen sagen will, vgl. 229, woer dem Simon von Thenen, von dem er erst anfängt zu sprechen, gutenMorgen wünscht, vgl. aber v. 206 228 klant 'Kunde' fehlt bei Hilde-brand, Grimms Wb. V. 952 220 Gob geb Hs. Diese eigentüm-liche Angleichung liisst sich vergleichen einer in Süddeutschland ganzgewöliiilichen Erscheinung, dass nämlich beim Sprechen 'jedes t oder d,das mit einer Muta oder Liquida anderer Gattung zusammenstösst,von dieser beeinflusst wird, so dass es sich ihr anbequemt oder völligangleicht' vgl. 11. Hildebrand in der Zeitschrift für deutsche Phi-lologie II. 3. 254 fgg. und A. v. Keller a. a. O.III. 3.316 231 erwar damals nicht mehr im Rathe 231 Ist zu lesen Fibus, wie derName bei Meyer lautet? is, wie v. 80 was, und v. 217 , 259 is mitAuslassung des Personalpronomens es, et 236 auch Juris Eibiswar aus der Stadt nach Cornelimünster geflohen 238 gegeven Hs110 leister Amsel, Drossel vgl. Achener Idioticon s. 242, wo auf