576 Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts.
„Du in salt leben numer kein dag,du must alhie sterben210 und kettestu alle die weit zu geben."
Meister Heinrich sprach also:
„Here Got von bimel hoe,herbarm dich über mein unschuldig blut,durch din müder reine und gut,
215 und droste mich armen man,
wan ich in diesen elende stan!"
Der von Hengsperg stach sein baner us,das iz floch für der burger hus.
Alle uf denselben tag220 ein burger zu dem ander sprach:
„Wir han fil geste in unser stad,ir nobern wie gefeit uch dat?
Das in ist nit unser best,das uns komen soliche gest."
225 Da was Dilman Falkin zumal zu schalkund sin son Lenart,die hette sich anders bewart:
208 du solt GL niemer keinen L 210 hestu G 2,1 master II212 0 herre GL her H lioen II 2,3 erbarme L 214 durchdeine milde reine und gut G durch din milte und reine gut L210 disem eilende L 217 Hengesperg G stack G stackt L
218 er GL sloch G 219 all GL 220 andern GL 221 nü fil H unserer H
222 nochgeburn H nachgeburen (xL gefellet GL das IIGL
223 einst V 1 enist V' 2 es enist L beste (: geste) L 221 solich L225 das was GL 220 zu malle G zu mole L schalke GL Nachschalke folgt in G richtig und sein son Lenart. L tlieilt diesen Versnur unter den Lesarten mit. Hätte er den Wert von G besser erkant,dann würde er den Vers sicher in den Text aufgenommen und nachdemselben den Ausfall eines andern angedeutet haben. Er folgt aberden jungem Hss. V' V 2 , in denen der Vers ausgelassen ivar, toeil aufihn Icein folgender reimte. L bemüht sich daher umsonst an dem Versedie hettent was in der stat noch (die hetten was noch in der stadtG), der aus 2 Vershälften 228 und 231 zusammengeschoben ist. DasAuge des Schreibers von G hatte richtig begonnen die hetten, irrtedann aber von Lenart v. 227 ab auf Lenart v. 231 227 sinesone II 228 sich anders .. . Lenart (v. 231) fehlt GL