562 Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts.
Schlüsse von 244 und dem Gedichte. Es ist das 245., dieZahl jedoch ausgelassen. Die andere Uebersclirift steht vordem Gedichte selbst. Die Abweichungen, welche diese Hand-schrift von dem Texte der Gothaer aufweist, sind durchauswillkürlich ; allerdings ist durch diese Veränderungen Sinn ineinzelne Stellen gebracht, der Vers glatter, der Reim überein-stimmender gestaltet worden. Iiier ist übrigens auch derSprachcharacter vollständig verändert, das Ganze ungebührlichmodernisirt.
Endlich wurde verglichen die in der königlichen Biblio-thek zu Hannover aufbewahrte Handschrift, welche ein zuMiltenberg geborner DienerWindecks bereits im Jahre 1438vollendet hat') Obgleich von Pertz und auch von Potthastgenannt, ist sie doch bei der Liliencronschen Ausgabe unbe-rücksichtigt geblieben. Da diese Handschrift der Constituirungdes hier gebotenen Textes zu Grunde gelegt worden ist undsie auch bei einer neuen Ausgabe des Windeck unzweifelhafteingehende Berücksichtigung verdient, dürfte eine genauereBeschreibung gerechtfertigt erscheinen.
Die Handschrift, in Folioformat, modern gebunden, undmit der Signatur XIII, 917 1 versehen , gehörte einst Leib-niz, wie aus einem ihr beigebundenen Zettelchen 'von seinerHand erhellt 2 ). Der ursprünglichen Handschrift gehen 14Blätter voraus, welche von einer Hand des vorigen Jahrhun-derts die Abschrift der 34 ersten Capitel und des Anfangsvon Capitel 35 des Windecksclien "Werkes (bis Capitel 3 0bei Mencken, entsprechend dem Capitel 3 5 der Gothaer Hand-schrift) enthalten. Die Handschrift des 1 5. Jahrhunderts be-ginnt jetzt erst mit dem nunmehrigen sehr beschmutzten undabgegriffenen Blatt 15 und der letzten Hälfte des 3 6. Ca-pitels der Gothaer Handschrift; zwischen der vorgehefteten
1 ) Beschrieben ist sie bei Bodemann, die Handschriften derköniglichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover, S. 181, Nr. 917, ge-nannt bei Pott h ast, Bibliotlieca historica, S. 571. und Pertz, Archiv,Band I, S. 469 unter Nr. 13.
2 ) Mencken erwähnt in seiner Vorrede zum ersten Baude derScriptores, dass von der Hardt eine Handschrift des Windeck vonLeibniz geliehen erhalten habe: — unzweifelhaft die hier zu be-sprechende.