Schwestern der Genossenschaft vom Kinde Jesu. 549
Sie hatte die Friedensjahre und den steigenden Wohlstanddazu benutzt, um die alten Schulden zu tilgen, mussteaber jetzt wieder neue machen. Sie nahm die Summe von270,000 Thlr. auf. Ein Theil des Achener Waldes wurdeurbar gemacht, die Kupfergasse, welche zum Lousbergführt, erweitert. Die Arbeiter fanden ferner Beschäftigungan dem schon 1840 projektirten und 1849 begonnenen Baudes Mariahilf-Spitals, der Restauration des Münsters, beider Anlage neuer Strassen u. s. w. Aber trotzdem war dieArmenverwaltung dem Bedürfniss nicht gewachsen: da gabsich die Privatwohlthätigkeit in der mannigfaltigsten Weisekund, in Geldsammlungen, in Suppenanstalten, in Kunstauf-führungen der verschiedensten Art, in Lotterien. Und dieStadt kam auch Uber diese verhängnissvolle Zeit glücklichhinüber. Auch die von nur Wenigen beklagte Aufhebungder Spielbank ging ohne nachtheilige Folgen für die Stadtvorüber. Es kamen wieder ruhige Tage und mit ihnengrösseres Vertrauen auf die Zukunft und die Wiederbe-lebung der Geschäftstliätigkeit. Bis zum Jahre 1865, demZielpunkt unserer Mittheilungen, beobachten wir eine stetigsich entfaltende Blüthe der Stadt und verzeichnen wir dasEntstehen wichtiger Institute und grossartiger öffentlicherBauten und gottesdienstlicher Gebäude.
König Friedrich Wilhelm IV. ertheilte am 17. Mai1847 der Genossenschaft der Schwestern vom Kinde Jesudurch Kabinetsordre die Genehmigung ihrer Statuten undgab ihr Korporationsrechte. In Artikel 2 der Statuten heisstes: der Zweck der Genossenschaft ist Pflege, Erziehung undUnterweisung der katholischen armen Jugend überhaupt,und insbesondere Erziehung, Pflege und Versorgung solcherMädchen katholischer Religion, welche verlassen und Ge-fahren der Entsittlichung ausgesetzt sind. Den 5. September1851 schloss die Genossenschaft einen am 18. Septemberdesselben Jahres von der Königlichen Regierung geneh-migten Vertrag mit der Stadt ab, wonach durch eine Prü-fung qualifizirte Schwestern einzelne Klassen der Mädchen-schulen übernehmen. Wie wohlthätig die Schwestern,welche den gebildeten ja mitunter den höchsten Ständenangehören, in Achen gewirkt haben, geht aus den Petitionen