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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Das Armenwesen.

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S. 243 f. folgende statistische Notizen, clie Stadt betreffend.Es wurden 464 männliche, 482 weibliche Kinder geboren.Unter ihnen waren 50 uneheliche, 4 Findelkinder und 30Zwillinge. Es starben 221 Knaben, 196 Mädchen, 112Witwer, 130 Witwen. Unter diesen waren 61 von 7080Jahren, 44 von 80 bis 90 Jahren, 14' von 90100 Jahren,1 von 100 Jahren.

Im Allgemeinen waren nach wiederhergestelltem Frie-den während der Regierung des ersten Consuls in Achenbessere Verhältnisse, nur die niedere Schichte der Bevöl-kerung erscheint noch in der uns schon bekannten Ver-kommenheit. Als Beweis führen wir das Urtheil des Wohl-thätigkeitsbtireau, an, welches dessen Mitglieder Cromm, alsPräsident, Schlösser, Schervier, Reumont, Breda und Schmitzam 20. Frimaire XII, oder am 12. Dezember 1803 aus-sprachen.Die Güter und Renten der Armen waren zer-splittert und verwaltet theils durch den früheren Magistrat,theils durch die Vorsteher und Provisoren der vier dama-ligen Pfarren der Stadt und der drei Bruderschaften. Esbestand nicht im Mindesten Uebereinstimmung in dieserVerwaltung und ebensowenig in der Vertheilung der Al-mosen; im Gegentheil waren oft Willkür und selbst Sorg-losigkeit vorherrschend. Die Verwaltung der ArmengUterwar seit einer Reihe von Jahren vernachlässigt, bis zudem Grade, dass ein sehr grosser Theil der Renten seitfünf, zehn, ja seit zwanzig Jahren im Rückstände war, unddass der Rest ohne Aussicht auf Wiedererlangung verlorenging. Die Zahl der Bettler betrug nahe an einem Zwan-zigstel der ganzen Bevölkerung. Ohne Sitten, ohne Er-ziehung zogen sie heerdenweise von Thüre zu Thüre, vonDorf zu Dorf und wussten oft gar durch Drohungen vonden Einwohnern und von mitleidsvollen Menschen Almosenzu erpressen. Ein solch armer, schamloser, frecher Intri-gant verstand die Kunst, sich von allen Seiten Hülfsmittelzu verschaffen, während der schüchterne und verschämteArme wenig Stütze fand und oft mit einer -zahlreichenFamilie in grossem Elend schmachtete. Das Wohlthätig-keitsbureau hatte beim Antritte seiner Functionen allesneu einzurichten, alles zu organisiren, und musste so zu