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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Die Assignate. Die Waisenkinder.

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Die französische Republik hatte zur leichtern Venver-thung der eingezogeneu Kirchengüter ein Papiergeld, dieberüchtigten Assignate, eingeführt, die schon fast ganzwerthlos waren, als die Franzosen mit denselben die neu-eroberten Länder überschwemmten. Nur die Schreckens-herrschaft der Jakobiner vom Anfange des Juni 1793 biszum Ende des Juli 1794 und die noch fortwährende Ver-wirrung hielt sie in Cours. Soldaten und Andere musstensie nach ihrem Nennwerthe annehmen, Kaufleute warengezwungen, gegen Assignate zu verkaufen, öffentliche Kassenihr Gold und Silber gegen Assignate umzusetzen. Als am25. April 1795 der Zwangscours aufhörte, erfolgte ein solchesSinken des Werthos, dass ein Pfund Zucker für 400 Livres,ein Pfund Seife für 230 Livres verkauft wurde. Währenddiese unerhörte Finanzmassregel Unzähligen schwere Ein-busse brachte, bereicherten Einzelne sich. Zu dieser Nothkam die Unsicherheit in Folge des in unseren Gegendenüberhandnehmenden Raubgesindels.

Bei ihrem zweiten Einrücken brachten die Franzosendie Waisenkinder in einem Theil des Marienthalerklostersunter, welches diese aber schon wieder am 24. November1794 verliessen, da das Kloster zu einem Militairhospitaleingerichtet wurde. Bis zum 9. August 1808, wo sie mitden Armenkindern in deren Wohnung vereinigt wurden,hatten sie ihren Aufenthalt in dem Hause des emigrirtenVogtmeiers, Freiherrn von Geyr. Viele angesehene Be-wohner, welche bei der zweiten Annäherung der FranzosenAchen verlassen hatten, fanden bei ihrer Rückkehr, dieihnen erschwert wurde, ihre Wohnungen der Betten, derLeinwand und anderer werthvoller Gegenstände entkleidet.

Bürger der Stadt angehörten. Die Kapitalien der Bruderschaft wur-den später der Apotheke des Marianisehen Spitals übertragen. Dieansehnlichen Klostergebäulichkeiten und der bis zur Wallmauer derinneren Stadt reichende Garten gaben nach der Aufhebung der Klösterihre Räume zur Errichtung der Sitzungssäle des Tribunals, bis1807 diente der grosse Rathhaussaal zu den Assisen-Sitzungenspätem Landgerichts und zu dem Gefängniss, spätem Bezirksgefäng-nisse her. Letzteres wird wohl bald in den Neubau vor Adalberts-thor verlegt werden.