394 Der Niederrhein.-Westf. Kreis ernennt eine Untersuchungs-Comni.
Magistrat auf dessen oder des Bürgermeisters von Wylregeschehene Requisition mit Militärgewalt zu schützen.
Die Niederrheinisch-Westfälische Kreisdirection er-nannte im Auftrage des Reichskammergerichts eine Com-mission zur Untersuchung der vorgefallenen Rechtsstörun-gen, zur Abstellung der Verfassungs-Missbräuclie und zurVerbesserung der Verfassung.t In einem kaiserlichen offenen Brief vom 15. Mai 1787wird geklagt, dass am 30. April und am 2. Mai ein grosserTheil der Bürger und Eingesessenen zu Achen sich unbe-: sonnen und tumultuarisch gegen die öffentliche Ruhe undSicherheit vergangen habe. An die Kreisfürsten sammtund sonders geht die Verordnung, auf Requisition desBürgermeisters von Wylre ohne Verzug ein Kommandovon dreihundert Mann in Achen einnicken zu lassen, umdie Ordnung wieder herzustellen, die Zusammenrottungendes Pöbels auf den Strassen, das Vivat- und Faul-Schreien zu hemmen. Namentlich sollen die bevorstehen-den Wahlen gesichert werden. An demselben Tage sandteder Bürgermeister " von Wylre den Stadtbeamten JohannTheodor von Thenen und den Stadtsekretär Karl FranzMeyer nach Jülich, um die in nächster Zeit erwar-teten Subdelegirten des Niederrheinisch - WestfälischenKreises im Namen der Stadt zu empfangen. Als die Bei-den in Jülich anlangten, waren daselbst von der Gegen-partei schon anwesend: der Schöffe de Witte, der SyndikDenys und der Sekretär Scholl. Als Subdeligirte kamenan: der preussisebe Geheimrath von Dohm, der kurpfälzi-sche Geheimrath von Grin, der kurkölnische Geheimrathvon Pfingsten, des Westfälischen Kreises Sekretär vonLamm. Die vorgenannten hegten Besorgnisse wegen einesFreikorps bei Burtscheid. Es wurde aber durch Estaffetteberichtet, dasselbe sei nur eine Verstärkung der städtischenMiliz. Darauf zogen die Subdeligirten mit den dreihun-dert pfälzischen Grenadieren in Achen ein und stiegen imKaisersbad ab').
y Schon am 18. Mai warnten sie durch öffentliche Be-
') Mscr. des Sekretärs Karl Franz Meyer.