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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Das Stift beruft Jesuiten.

wurde er abgesetzt. Die Katholiken, Klerus und Volk,Hessen in demselben Jahre den Licentiaten der Theologie,den Johannes Haesius, einen Jesuiten, zur Aufrechthaltungder katholischen Lehre von Loewen nach Achen kommen.Das Stiftskapitel wies demselben in der Liebfrauenkircheeinen Predigtstuhl an, wo bis zu diesem Tage keiner war.(So sagt Beeck zu unserer Ueberraschung. Predigte mandenn vorher auf dem vom Kaiser Heinrich II. geschenktenEvangelienstuhl, dem ambo V), den er aber nicht lange innehatte, da er wenige Monate später von der herrschendenSeuche weggerafft wurde. Den Predigtstuhl nahm darauf derKanonikus des Stiftes, Franz Voss, ein. Als dieser in dieStelle des verstorbenen Dechanten Robert Wachtendunkvorrückte, beschloss man, Jesuiten bleibend nach Achenzu berufen, und schrieb an den Provinzial der rheinischenProvinz, den Pater Franz Koster, welcher gegen Ende desJahres 1579 den Pater Johann Martinentinum nebst einemandern Pater nach Achen entsandte. Diese be'idbn fandenAufnahme in der Wohnung des Dechanten, predigten mitgrossem Erfolge an Sonn- und Festtagen in der Advent-und Osterzeit und hörten Beichte in der S. Annakapelle.In dieser Stellung blieben sie bis zum Anfange des Jahres1581, wo sie wegen persönlicher Unsicherheit, da dasstädtische Regiment in den Händen der Protestanten war,von ihrem Vorgesetzten zurückgerufen wurden.

Die blühenden Messingfabriken') riefen das Kesseler-

l ) Von der Bedeutung der Achener Kunstarbeiten in Messingzeugt die Beschreibung des während der Fremdherrschaft zerstörtenDenkmals Kaiser Otto's III. bei Noppiiis auf S. 20 (I. S. 80). Voneinem heute noch erhaltenen Kunstwerk berichtet Dr. F. Bock imEcho der Gegenwart vom 4. Juli 1872: »Der Grossherzog von Wei-mar verehrte dem Schatze des Achener Münsters eine sehr exactangefertigte Copie einer auf der Wartburg aufbewahrten merkwür-digen Schüssel von getriebener Arbeit, die einen grössten Durchmesservon 2 Fuss 5 Zoll Rh. hat. Sanitätsrath Dr. Reumont hat das Ver-dienst, dass er bei einem Besuche der Wartburg in dieser Praclit-schüssel des Landgrafen-Saales eine alte Achener Meisterarbeit er-kannte, da er die Wahrnehmung machte, dass die innere Vertiefungder Schüssel mit dem getriebenen Bildwerke Karls des Grossen, wie