Einz. Rathsherreil treten als öffentl. Anhänger d. neuen Lehre auf. 153
Keiart und in dem Weienberg festgenommen werden soll-ten. Die Zünfte erklärten sich für die ihnen vorgelegtenBotschaften und Mahnungen der Grossen. Die Sectirervereinigen sich von Neuem im Geheimen und beschliessen,den Rath einzuschüchtern. Sie gewinnen einen unruhigenJuden, Johannes Levita genannt, der das Gerücht verbreitet,in Achen"bereite sich ein Aufstand vor, viele Bürger hättensich in ihren Wohnungen mit Waffen und mit Pulver ver-sehen. Das Gerücht wurde in der Absicht verbreitet, umden Verdacht auf Wohnungen von Katholiken zu leiten unddiese zu erbittern, auf dass sie sich den Neuerern bei einemAufstande anschlössen. Der Jude wurde auf Befehl desMagistrats durch den Bürgermeister aus dem Schöffen-kollegium D. Gerard Ellerborn und den GeheimsecretairHubert Münster angeklagt. Er wurde zum Tode verurtheilt.Vor seiner Hinrichtung verlangte er, getauft zu werden.
Unter den angesehenen Bürgern dachten Viele wie derregierende Bürgermeister von Zeuell. Als dieser am 22.September 1559 den Rath, versammelt und der Magistraterklärt hatte, man müsse an der Meinung der Zünfte fest-halten und die Eindringlinge verjagen, erhoben sich dieRathsherren Karl Gronendal, Johann von Sieg, HeinrichGatzweiler, Cornelius von Wirdt, Peter Valentzen, Matthiasvon der Bank, Peter Gronbusch und Johann Cawerling,früher heimliche nun öffentliche Anhänger der neuen Lehre,und verliessen die Sitzung Ihnen folgten auf dem Fusseder Weinmeister Franz von Inden und die beiden Werk-meister Johann Schrick und Egidius von der Cammer.Alle drei legten die ihnen anvertrauten Amtsschltissel nie-der. Schliesslich trat auch von Zeuell von seinem Amtezurück mit der Erklärung, er könne in so stürmischer Zeitdasselbe nicht fortführen. Die Zurückgetretenen hofftenauf diese Weise den Rath von seiner Ansicht abzubringenoder die Gemeinde in Verwirrung zu stürzen. Aber derRath wählte ungesäumt den Franco Block zum stellvertre-tenden Bürgermeister und decretirte, dass von den ausge-tretenen keiner fernerhin in den Rath aufgenommen unddass an ihre Stelle andere gewählt werden sollten.
An demselben 22. September wurde durch Schellenklang