146 Reichsstände befürworten die Zulassung der Evangelischen
Emden in Ostfriesland, Johann Dirckens und HermesBackereel gesellten sich zu ihnen. Allmählich wuchs dieGemeinde zu zwanzig Familien an.
Der Rath, welcher im Jahre 1556 die Wiedertäuferaus Stadt und Reich verbannt hatte, schwankte zwei Jahrespäter in seinen Massregeln gegen dieselben, was wohlauf einen bedeutenden Einflnss der Secte schliessen lässt.Einige Wiedertäufer waren gegen das Verbot des Rathsnach Achen zurückgekehrt. Diesen gestattete er ein nächt-liches Zusammenkommen und das Predigen. Andere liesser verbrennen. Als dreizehn, darüber erschreckt, die Fluchtergriffen, erlaubte er ihnen unter dein Versprechen, ihreIrrthümer abzulegen , die Rückkehr. Auf Vermittelungs-schreiben der Fürsten und Stände des augsburgischeuBekenntnisses von demselben Jahre erwiderte der Rathablehnend. Auch ein Urtheil, das um diese Zeit AmandusWolff, Licentiat, Christoph Hoff, Doctor, Martin Reckartl,Licentiat, Egidius Mommer, Doctor, Alle beim Reichs-kammergericht zu Speier, aufstellten und die Neuerer inAchen mit einem Bittgesuch dem Magistrat überreichten,blieb unberücksichtigt. Das Urtheil ging dahin, es darfden Anhängern des neuen Evangeliums der Tempel undder Prediger nicht gestattet werden. Gleich wirkungsloswar eine Bitte der Anhänger der Augsburger Confessionvom 18. Januar 1559, ihnen auf ihre Kosten einen Predigerzu gestatten. Am 19. März desselben Jahres lief ein zuFrankfurt abgefasstes Schreiben ein und zwar des Pfalz-grafen Otto bei Rhein, des Kurfürsten August von Sachsen,des Markgrafen Joachim von Brandenburg, des PfalzgrafenWolfgang in Veldenz und des Herzogs Christoph vonWürtenberg, in welchem gebeten wurde, dass in Achenden Bekennern des neuen Evangeliums ein angemessenerOrt und ein Redner zur Verkündigung des Wortes Gottesgestattet werde. Darauf hin wandte der Rath sich an diegesammte Bürgerschaft Achens, ermahnte sie in ernstemund strengem Tone, nach der alten einzigen Religion, dieAchen seit seiner Gründung, länger als siebenhundert Jahre,bekannt habe, das Leben einzurichten; derjenige wanderesicher, der in dem Glauben seiner Väter und in der Furcht