138
Mathias Kremer.
zuerst zwei auswärtige der neuen Lehre ergebene Familienzu seinem Tuchgeschäfte berufen hatte, sind dem neuenGlauben gewonnen. Man hörte nun in mannigfaltigenMundarten Spottlieder gegen Geistliche und katholischeGlaubenslehren.
Als König Ferdinand I. von diesen Zuständen erfuhr,sandte er, besorgt um die Erhaltung des alten Reichssitzesim katholischen Glauben, den Bischof von Artois und denDr. Hase nach Achen und beauftragte sie, gegen fremdeSectirer scharfe Untersuchung anzustellen und sie nachBefinden entweder hinrichten oder verbannen zu lassen.Die beiden Abgeordneten eröffneten am 10. Juni 1550 denBürgermeistern und dem Rath ihren Auftrag. Nachdemdieser über Leben und Sitten der Bürger Untersuchunggehalten, wurden einige der letzteren verbannt. Es wurdedann beschlossen, dass Niemand zum Ratlie oder zuirgend einem öffentlichen Amte zugelassen werden sollte,der nicht durch einen siebenjährigen Aufenthalt in Achenkundgegeben hätte, dass er den katholischen Glauben be-kenne; auch sollte keiner mehr in den Bürgerstand auf-genommen werden ohne ein Zeugniss über sein früheresLeben.
Im Jahre 1552 sollte Adam Zeuell eine bedeutendeRolle in der Geschichte Achens spielen. Einzelne Ereig-nisse, zum Theil solche, die mit den religiösen Streitig-keiten in Achen zusammenhangen, mögen hier nachgeholtwerden.
Mathias Kremer (Cremcrius) aus Achen, Kanonikusvon S.Andreas, Doctor der Theologie, und im Jahre 1533Rector der Universität zu Köln, stand von 1526—1557 demMontaner Gymnasium daselbst als Regens vor. Seit 1534studirtc an demselben der am 20. November 1864 kanonisirtePeter Canisius aus Nimwegen.
Zwischen den Jahren 1536 — 1550 kaufte der Abt vonKlosterrath Leonhard Dammerscheid ein Haus mit Gartenin der Kockerell-, soll heissen Elfschoresteinstrasse zumAbsteigequartier für die Klosterherren. Das Haus, jetztdem Herrn Schervier zugehörend, erhielt erst später Im-munität und brannte am 2. Mai 1656 ab, wobei zwei Kisten