122 Einzug d. erw. Königs in Achen. Krönungsmahl u. and. Festlichkeit.
goldnen Vliesse. Wir enthalten uns eines nähern Ein-gehens auf die Schilderung der Rüstungen und der äussernPracht, die bei ähnlichen Gelegenheiten überall und zuallen Zeiten entfaltet zu werden pflegt. Drei königlicheBeamte folgen nun, welche von Zeit zu Zeit Geld unterdie Menge werfen, um dem Klerus und den Fürsten denWeg frei zu halten. Alsdann kommen die Stiftsherren derMarien- oder Münsterkirche zu Achen, vor welchen einhohes gearbeitetes Bild Karls des Grossen, die Schutz-reliquien Achens, namentlich das Haupt des grossen Kaisers,einhergetragen werden. Es war Sitte, dass der einziehendeKönig, an dem Thore ') der äussern Stadt angelangt, dasihm von den entgegengehenden Stiftsherren dargehalteneKreuz kiisste, dem Haupte Karls des Grossen seine Ehr-erbietung bezeigte und von dem Pferde, welches ein Wärterfür sich in Empfang nahm, stieg, um auf einem andernden Zug fortzusetzen. Es fing an dunkel zu werden, alsder Einzug in die Stadt erfolgte; — durch den Streitzwischen Jülich und Sachsen um den Vortritt war einelange Verzögerung entstanden — dennoch begab der Königsich gerades Weges zur Münsterkirche, wo der Graf vonReifferscheid als Erbmarschall des Kürfürstenthums Kölnsich des Königs Pferd zueignete. Diesen empfangen ander Kirche die Erzbischöfe von Köln und Mainz, welchedem Abte von Cornelimünster das Recht der Mitbegleitungbestreiten 2 ). Unter dem von Friedrich Barbarossa derKirche bei Gelegenheit der Heiligsprechung Karls desGrossen geschenkten grossen Kronleuchter kniet der Könignieder, während der Erzbischof von Köln das Gebet überihn spricht. Unter dem Absingen des Te Deum erhebt ersich und begibt sich nach Beendigung desselben zu demMuttergottes-Altare, um an diesem kniend wieder ein Gebetzu verrichten. Nachdem er eine Opfergabe auf den Altargelegt, geht er in die Sakristei, von wo aus er, nach einerUnterhaltung mit den Kurfürsten, sich in seinen Palast
Karl V., von Lüttich kommend, zog durch das Jakobsthor indie Stadt ein.
2 ) Noppius, Chronik von Achen, S. 49.