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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Unruhen in Köln .und Achen.

1512, der Erzherzogin zu helfen, die widerspenstigen Schöf-fen abzusetzen l ).

In Köln herrschte um diese Zeit Unzufriedenheit derZünfte und des niederen Volkes gegen den Rath, welcherder Leichtfertigkeit und der Veruntreuung des gemeinenGutes angeklagt wurde. Im Januar des Jahres 1513 zogder Zunftausschuss sämmtliche Rathsmitglieder zur Ver-antwortung. Einzelne derselben wurden festgenommen unddurch andere ersetzt. Mehrere angesehene Männer erlitte«die Folter, wurden zum Tode verurtlieilt und hingerichtet 2 ).

Im Februar entwickeln in Achen sich ähnliche Zu-stände. Den 11. Februar, am Freitag vor Fastnacht, be-schwören die Brauer den Gaffelbrief vom Jahre 1450, derziemlich in Vergessenheit gerathen zu sein schien, vonNeuem. Am 15. kamen die Häupter dieser Zunft Nach-mittags unter grossem Zulauf des Volkes im Stern' 6 ) zu-sammen. Nach einer kurzen Besprechung schickten sieeinige der Ihrigen zu den Stadtthoren, Hessen dieseschliessen und besetzen, nahmen die Schlüssel derselbenan sich und luden die Rathsverwandten zu einer Sitzungfür den folgenden Tag ein. In dieser Sitzung erschieneneinige Zunftgenossen, verlangten die Verlesung des Gaffel-briefes und forderten den Rath auf, sich zu erklären, ober den Inhalt desselben befolgen wolle. Die Rathsherrenerklärten, der Brief sei sehr alt und keiner kenne ihn;wenn die Zunft aber glaube, dass sein Inhalt der Gemeinenützlich sei, so wolle man denselben befolgen. Die Zunftverlangte dann, der Rath sollte seinen Eid zurücknehmenund den auf den Gaffelbrief leisten. Für diesen Fallwürde man in Güte bei den Gaffeln ihnen mittheilen, waszu thun sei und gemeinsam mit ihnen daran arbeiten, dieStadt von der schweren Schuldenlast zu befreien. Die 41Rathsmitglieder, welche eben beisammen waren, konntennicht zu einem Entschlüsse kommen und gingen in trüber

') Quix, die Frankenburg, Urk. 31. 2 ) Ennen, Gesell, d. StadtKöln, 3, 664 ff. 3 ) Der Stern, das Eckhaus am Markt und an derGrosskölnstrasse, war die Leuve oder das Zunfthaus der Ädeliehen,aus welchen die Mitglieder des Schöffengerichts und der Schöffen-bürgermeister gewählt wurden.