94 Der Karlssclirein wird im Jahre 1481 eröffnet.
zu Aclien dem Gasthause zu Haren einen Morgen Wiese,gelegen in dem Langenbroich, und einen Morgen Ackeram Harener Berg. Richter: Wilhelm Inghenhoyve, Schöffen:Gerart Beyssel, Johann van Roide, Goitschalk van Segroide,Daeme van Hairen, Hermann van Drinborn, Emont vanHokirche und Wilhelm van Wylre. (Stadtarch.)
In den Jahren 1480 und 1481 wurde die Foilanskirchedurch den Anbau eines grösseren Schiffes (ala) erweitert.
1485 wurden zwei Glocken gegossen. Der Pfarrer verkün-dete vom Predigtstuhle, das Leichengeläute sollte vier be-scheidene Buschen — 6 Buschen = 5 Pfennige — kosten.(P. St. Kaentzeler, kleine Chronik von Aclien, Ann. d.bist. Ver. für den Niederrhein XXI. S. 93.) Im Jahre
1486 sollen die Altäre des h. Kreuzes und der h. Annadurch den päpstlichen Nuntius Sylvester geweiht wordensein.
Als man im Jahre 1843 bei den Nachgrabungen imOktogon der Marienkirche, um die Gruft Karls des Grossenaufzufinden, den sogenannten Leoparduskasten eröffnete,wodurch konstatirt wurde, dass dieser die Gebeine Karlsdes Grossen enthielt, fand man am 7. August in Gegenwarteiner Deputation des Kapitels und zweier Notablen, desDr. J. P. J. Monheim und des Dr. J. Lauffs in demselbenein Pergament mit nachfolgender Erklärung in lateinischerSprache: „Zur Erinnerung für künftige Zeiten: Alle Christ-gläubigen mögen wissen, dass im Jahre 1481 am 22. Ok-tober nach reiflicher Berathung des Dechanten und desKapitels dieser ehrwürdigen Kirche der gegenwärtige Schreinheiliger Reliquien durch uns Decan, Sänger, Viceprobst,Presbyter und zwei Stiftsherren eröffnet und aus ihm blosder obere Theil des rechten Armes des h. Karls des Grossengenommen worden ist, auf die fromme Bitte des allerchrist-lichsten Königs Ludwig XI. der Franken, welcher zu Ehrender glorwlirdigsten Jungfrau und desselben Karls desGrossen in diesen Tagen einen goldenen Arm von 28'/ 3Mark Goldes an Gewicht sandte, in welchem auf dessel-ben Königs Verlangen der besagte Theil des Armes ein-geschlossen ist. Unter dem Pontificate Seiner HeiligkeitPapst Sixtus IV., unter der Regierung des Römischen Kai-