in die Liebfrauenkirche ein. Aufstand der Gemeine. 35
nannte ihren eigenen Rath, der seinen Sitz im Augustiner-kloster nahm, ohne Widerspruch von Seiten des alten Rathes.Weil der alte Rath gegen die zehn Ambachter zu schwachwar, musste das, was der neue Rath bescliloss, ausgeführtwerden, so z. B. dass dem Fleischhauerambacht zuwider andrei Orten Fleisch verkauft werden dürfe. Es erhob sichauch das Wollenambacht gegen die Werkmeister, setzteSiegler gegen sie, die die getzawen (Webstuhle) und Rah-men siegelten, welche auf der Treckleuve standen, Gerichthielten und krumm und Recht wiesen, was zu Achen nie-mals geschehen war.
Diese neue Regierung hatte die reisigen Leute oderden Adel der Nachbargebiete zu Feinden und musste sichum Schutz an König Sigmund wenden. Das erfahren wiraus einer Urkunde, welche Letzterer am 6. März 1429 er-liess (Lac. IV, 187). Am Samstag Lätare in den Fastenschreibt König Sigmund von Erlau aus an den HerzogAdolf von Berg, Jülich und Geldern, wie der Herzog wisse,sei die Reichsstadt Achen von vier Herren Gebiet unddem des Herzogs umgeben. Der König habe vernom-men, dass die von Achen vielfach Unrecht von einigen rei-sigen Leuten erfahren, welche die Bürger und die Leuteaus dem Reiche von Achen, wo sie dieselben antreffen,gefangen nehmen, schätzen und auf deren Gebiet raubenund brennen. Da der König sehr oft von der Stadt zuferne sei, um sie, wie er möchte, zu schützen, so empfehleer dieselbe dem Herzoge und fordert diesen auf, nichtferner zu gestatten, dass weder die Bürger Achens nochihre Leute, von wem es auch sei, in seinen Landen oderausserhalb derselben Gewalt erleiden, auch nicht zudulden, dass die Feinde Achens in seinen Landen Aufent-halt und Zuflucht finden, den Achnern aber zu erlauben,ihre Feinde, wo sie dieselben finden, anzugreifen und ge-fangen zu nehmen. Sollte Einer rechtliche Forderungen andie von Achen haben, so mag er sich an das dortige Ge-richt wenden, wo dem Kläger, wie es billig sei, Gerechtig-keit gegeben werde.
Wenn auch der alte Rath keinen Widerspruch gegendie neue Ordnung der Dinge erhob, so war er doch keines-