Worte Renaissance und Reformation' in den Sitzungsberichten derPreußischen Akademie der Wissenschaften veröffentlichte (auf-genommen in das Buch: Reformation, Renaissance, Humanismus,Berlin, Gebr. Paetel, 1918, 2. Aufl. 1926). In der Einleitung dieserUntersuchung hatte ich als meine Aufgabe hingestellt „die Ge-schichte von Worten, von ihren Bedeutungen, ihrem Wert undihrer Macht im geistigen Leben der Nation". Ich enthüllte hier dieBedeutung des Worts und Begriffs der Wiedergeburt, der Grund-lage für die Stichworte ' rinascila ' und 'Renaissance' und ver-folgte ihre Entwicklung in großen Zügen. Fünf Jahre späterbrachte meine 1916 erschienene Schrift 'Deutsche Renaissance, Be-trachtungen über unsere künftige Bildung' (Berlin, E. S. Mittlerund Sohn, 2. Aufl. 1918, 3. Abdruck 1920) eine allgemeine ge-schichtliche Darstellung des Wesens der Renaissance und ihrerWirkung. Dabei benutzte ich natürlich auch das Ergebnis derfrüheren wortgeschichtlichen Studie, ohne daß etwa dieses Ergebnisfür meine Auffassung und meine geschichtliche Herleitung desUrsprungs der Renaissance allein bestimmend gewesen wäre.
Die Folgen dieser Sachlage waren unerwartet. Joseph Körner(Literaturblatt für germanische und romanische Philologie 1917,Jahrg. 38, Sp. 297) tadelte meine Forschung, weil sie die Renaissancefür eine „vaterländische Sonderangelegenheit der Italiener" hält[dies übrigens im Einklang mit Burckhardt, dessen Renaissance-theorie Stadelmann mit solcher Sicherheit gegen mich ausspielt!],weil sie ihre geschichtliche Bedeutung darin erkennt, „daß sie dieKulturhegemonie, die im Mittelalter Frankreich gehört hatte, anItalien brachte" [dies war meine eigene, neue Erkenntnis]. Er ent-deckt dann einen Widerspruch gegen diese Anschauung bei mirselbst: „Dabei sieht er [Burdach] sich gleich auf der nächsten Seitezu der Einräumung genötigt, daß die Renaissance allerdings aufdem Grunde einer franco-italienischen Kulturgemeinschaft er-wachse." Wie schwer wurde schon diesem vielunterrichteten undgescheiten Rezensenten, der doch nicht eigentlich zur jungen Ge-neration gerechnet werden kann, das Verständnis meiner genetischenkausalen Betrachtungsweise. Die franco-italienische Kulturgemein-
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