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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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heute mit dem Anspruch, ein Novum zu sein, als 'Geistes-geschichte' gepriesen wird.

Es dauerte dann noch eine ganze Weile, bis ich auf der Uni-versität in Königsberg, Bonn, Leipzig (18761879) die germa-nistischen Hauptwerke des Weidmannschen Verlags kennen lernte:Möllenhoffs und Scherers 'Denkmäler', Müllenhoffs 'DeutschesHeldenbuch', Scherers 'Zur Geschichte der deutschen Sprache',Müllenhoffs 'Deutsche Altertumskunde' I. Jedes dieser Werkegab auf seinem Gebiete der wissenschaftlichen Erkenntnis wesent-liche und mächtig fortwirkende Bereicherungen. Jedes von ihneneröffnete der Forschung neue Bahn zu neuem Ziel und wandelteoder verschärfte die Methode in der Aufstellung und Unter-suchung der Probleme. In hohem Maße gilt das auch für dasgroßartige kritische Quellenwerk 'Die althochdeutschen Glossen',herausgegeben von Elias Steinmeyer und Eduard Sievers, dessenerster Band (1879) schon während meiner letzten LeipzigerStudienzeit erschien, während der fünfte und letzte Band erstnach Steinmeyers Tod 1922 durch die Fürsorge von Sievers ansLicht trat: eine Frucht unerhörten Fleißes und bewundernswerterBeherrschung eines riesigen Materials von gleichem, gar nichtauszuschöpfendem Wert für die Sprach- wie für die Bildungs-geschichte des frühen Mittelalters.

In Berlin war es mir dann, nachdem ich die Doktorprüfung inLeipzig bestanden hatte, vergönnt, seit dem Sommer 1880 siebenSemester lang in persönlichem freundschaftlichem Verkehr Einflußund Lehre jener beiden Meister der germanischen Philologie zugenießen, deren unvergängliche Schöpfungen die WeidmannscheBuchhandlung der Welt vermittelt hat. Damals erlebte ich ausnächster Nähe das allmähliche Erscheinen der einzelnen Liefe-rungen von Scherers 'Geschichte der deutschen Literatur'.Damals verfolgte ich als mitfühlender Zeuge das stürmischeReifen des fünften Bandes von Müllenhoffs 'Deutscher Alter-tumskunde'. Es war der trutzige Schwanengesang des großenGelehrten und leitete die posthume Veröffentlichung des zweiten,dritten und vierten Bandes seines Lebenswerks ein. Zunächst

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