Druckschrift 
Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
Seite
248
Einzelbild herunterladen
 

248

Berufung des Erasmus nach Frankreich. Hütten, der gerade in Pariswar, hatte ihm den Brief abgedrungen (ep. 310); er nahm ihn mitsich nach Mainz und schickte ihn am 20. Februar Erasmus zu. Soerzählt dieser in seiner Antwort, ep. 305, vom 22. Februar; er sagtaber zugleich, dass der Brief Bude's vom kürzesten Tage,die brumae"(21. December), datiert sei *). Das Datum 22. Februar ist also in derLeydener Ausgabe bei ep. 304 falsch, schon darum, weil des ErasmusAntwort, ep. 305, dasselbe Datum trägt. Aber auch ep. 305 scheintfalsch datiert; denn am 22. Februar war Erasmus in Antwerpen, nichtin Löwen, wie im Datum von ep. 305 angegeben, und er konnte denvon Hütten aus Mainz am 20. Februar abgeschickten Brief des Budenicht schon zwei Tage darauf erhalten haben 2 ). Vielleicht ist ep. 305erst nach dem 22. Februar, nach der Rückkehr von Antwerpen, ge-schrieben. Bude beantwortete den Brief am 12. April (ep. 310); erbeschäftigte sich hauptsächlich mit dem noch andauernden, latentenLefevreschen Streit, den beizulegen fast ausschliesslich Gegenstand desErasmischen Briefes gewesen war. Am 18. April (App. 278), alsErasmus sich von ihm für die Reise nach Basel verabschiedete, beriefer sich auf seinen vorhergegangenen, durch Bade beförderten Brief (ep.305), sprach aber noch nichts von Bude's Autwort, Er erhielt ep. 310erst am 1. September in Basel und beantwortete ihn nach seiner Rück-kehr nach Löwen am 15. October (ep. 336). Zugleich mit App. 278schickte Erasmus die Briefe an Lefevre (ep. 239), Bade) App. 126), Nesen(App. 127) und Viterius (App. 128), sämtlich falsch datiert. Lefevre be-schwört er noch einmal, von seiner Verstimmung zu lassen; den andernFreunden teilt er seine bevorstehende Reise nach Basel mit.

Im Februar sprach Erasmus Dumoulin in Tournay den Namenhat der Herausgeber richtig getroffen seine Freude über dessengünstige Beurteilung der Paraphrase zum Römerbrief und der Apologiegegen Lefevre aus (App. 240). Am 27. Februar zeigte Dumoulin denBrief dem Juristen Sampson, der aus den letzten Worte^des Erasmusin App. 240:[saluta] unicum patronum meum Samsonem" Veran-lassung nahm, an Erasmus zu schreiben und diese Auszeichnung be-

*) Böcking (Hutteni opera, 1, 162, Nr. LXXI) legt ep 304 auf den 26.December 1517.

2 ) Will man die Worte des Erasmus in ep. 305: . . . quas [litteras]. . . . e Maguntia misit Huttenus noster ad decimum Cal. Martias" dahindeuten, dass Erasmus den Brief am 20. Februar empfangen habe, somüsste im DatumLöwen" inAntwerpen" geändert werdan.