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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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einige Zeit in England aufhalten, er dachte auch an Löwen; dann kamer kurze Zeit nach Antwerpen, doch er mochte seinem treuen FreundeAegidius nicht beschwerlich fallen; er litt Not aber an Brüsseldachte er nicht, er stand also zu dem Hofe noch in keinen Beziehungen.Da rief ihn Sauvage nach Brüssel; Erasmus folgte, er blieb in der Residenz.

Das Anerbieten des sicilischen Bistums hielt Erasmus zwar füreinen verlorenen Plan, mit dem er gar nicht ernsthaft rechnete. Aberdie sonstigen Verhandlungen mit dem Kanzler scheinen neu begonnenzu haben. Ammonio riet ihm am 1. November (ep. 163) demJupiter" Sauvage näher zu treten, und Erasmus wollte dem Eate folgen(ep. 151); auch der Lord Mountjoy billigte seine Absicht, in Brüsselzu bleiben, um seine Verhandlungen mit dem Fürsten zu Ende zu führen:quod possis, quae cum Principe tuo agenda tibi sint, conficere" (App.90); er meinte hiermit nicht das Bistum, das er sogleich abzulehnenriet. Im Januar 1517 muss die Entscheidung gefallen sein: Erasmusliess seine Bedenken fallen und nahm den Titel und die Einkünfte einesRates des jungen Königs von Spanien an. Am 13. Februar machteer Warham davon Mitteilung (App. 121).

Doch wir müssen beachten, dass ausser in den oben citiertenspäteren Aeusserungen sich nirgends eine ausdrückliche Bezeichnungseiner Stellung findet. Noch am 22. März sagte Beatus Rhenanus ganzallgemein (App. 119):Wem sollte es nicht gefallen, dass ein so vollendetgelehrter Mann anerkannt, gefeiert, ausgezeichnet wird, der Grösste vondem Grössten, nämlich der Sprachgewaltigste von dem mächtigstenFürsten". Eine, wenn auch nicht genaue, Benennung der Stellung findetsich erst in einem Briefe des Venezianers Baptista Egnazio vom 21.Juni 1517 (App. 141), der von Hütten erfahren hatte, Erasmus seizumpraeeeptor" Karls berufen; aber weder der Gelehrte selbst, nochdie wirklichenpraeeeptores" des jungen Königs, Sauvage und Chievres,konnten an eine solche Auffassung denken.

Näher lag Erasmus die Ehre als die Bürde seiner neuen Stellung.Seine Verpflichtungen haben wohl lediglich in gewissen Ehrendienstenbestanden. Dass ihm der Empfang von Deputationen oblag, scheintaus seinen Worten an More hervorzugehen (ep. 237): . . . facileconieetabis, quid ego passus sim Bruxellae, cui cotidie cum tot saluta-toribus Hispanis fuerit res, praeter Italos et Germanos". Das warenoffenbar keine ihm persönlich dargebrachten Huldigungen, denen er sichja entziehen konnte, dagegen drängten sich am Hofe des neuen Königsspanische Bittsteller und Abgesandte der spanischen Regenten ').

*) Baumgarten, Karl V. I, 47.