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1514 war dies im Anfang Juli der Fall, 1515 ebenso oder schon EndeJuni, 1517 gar Ende April. Auch konnte er, wie im 3. Briefe, inkeinem Jahre zuvor sagen, dass er „wahrscheinlich" eine weite Reisevor sich habe, während ihn doch immer feste Pläne nach Basel führten.Die Behauptung in ep. 173, dass er „vor 15 Jahren" bei der Rück-kehr von England nach Frankreich ausgeplündert sei und darauf inwenigen Tagen seine Adagia herausgegeben habe, beruht auf einer beiErasmus nicht seltenen chronologischen Ungenauigkeit'); diese Rückreisenach Paris und die Ausgabe der „Adagia" bei Bade gehört in dasJahr 1500 2 ). — Die Fürsprache der Cambridger Freunde muss beiden Eltern des Smith Wirkung gehabt haben ; der Famulus, den Erasmusmit dem Briefe an die ungenannten Freunde nach Cambridge sandteund an dessen Abwesenheit er sich bald gewöhnte (ep. 173), ist inRochester schon wieder bei ihm (ep. 147), begleitete ihn nach denNiederlanden und trat erst im April 1518 aus seinen in MoresDienste.
Die Briefe sind charakteristisch für das leicht erregbare Miss-trauen des Erasmus, der überall Intriguen witterte und dessen nervöseEmpfindlichkeit in einem so erklärlichen Wunsche des Vaters eine be-absichtigte persönliche Kränkung sah : „ego praeter ceteros videor idoneusoai sie tracter". Auch hiervon abgesehen ist ihre genaue Datierungnicht unwesentlich; sie zeigen, dass Erasmus im Sommer 1516 fürdie nächste Zeit keinen festen Plan, auch nicht für die Wahl des Wohn-sitzes, hatte. Er wollte nach Cambridge kommen, bis zum Novemberin England bleiben und dann vielleicht eine weite Reise antreten. Auchwohin diese führen sollte, wissen wir: im Anfang Juni schon hatte eran More geschrieben (ep. 364), dass er, wenn seine Verhandlungen mitdem Brüsseler Hofe einfrieren sollten, geraden Weges nach Basel wolle.Diese Feststellung wird uns das Verständnis seiner Beziehungen zumHofe von Brüssel wesentlich erleichtern.
Vorläufig überliess er sich gänzlich dem Zufall. Nach Cambridgereiste er nicht; er harrte in London einige Tage der Ankunft desBischofs Fisher; statt seiner traf ein Brief des Bischofs ein (App. 429,undatiert), der ihn nach Rochester einlud, wenn sein Weg nach Baselihn vorüberführe. Freilich könnte, dem Inhalte nach, dieser Brief auch
') So sagt er am 30. April 1515 (ep. 167, S. 142 E), dass er „antebiennium" den Bischof nach Rom hatte hegleitcn sollen; thatsächlich war es1512 der Fall; s. o. S. 140.. ' 2 ) Richter, Erasmus-Studien. S. 35 u. 38.
SB
HB
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