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Loretto, von der ihm Amnionio berichtet hatte, und beklagt das vonKriegen zerrüttete Italien. Schon am folgenden Tage schickte er miteinem kurzen Billet (ep. 139) an Amnionio den Icaromenippus desLucian, dessen Empfang jener am 5. December (ep. 132) bestätigte.Am 28. November (ep. 140), wo er das Übergewicht der Franzosenin Italien und den Fortgang des schismatischen Konzils von Pisa meldet,äussert Ammonio auch die Zuversicht, die Wohnungsfrage in Londonzur Zufriedenheit zu lösen. Die letzten Briefe, 128 vom 18. Novbr.und 140 vom 28. Novbr., beantwortet Erasmus eingehender am 2.December (ep. 141): „aceepi tuas binas litteras, quas his unis re-spondeo"; seine Ansprüche an die Wohnung seien sehr bescheiden; ertröstet den Freund über seine Abwesenheit von Rom und giebt auchihm den Rat, nicht rückwärts sondern vorwärts zu schauen: „xorcapöv eu Ttfreafrai". Auf die Aufforderung des Ammonio, ihm denWeg zu diesem Ziele näher anzugeben (ep. 132, vom 5. Decbr.), giebtErasmus unverhüllt seine praktische Lebensphilosophie preis (ep. 142,9. Decbr.): „Zeige eine dreiste Stirn, dass Dich nichts je schäme;mische Dich in alle Dinge; wen du kannst, schiebe zur Seite; liebeniemand, hasse niemand von Herzen, sondern miss alles nach DeinemVorteil; gieb nur, wo Du Zinsen erwarten kannst! Du kennst deneifersüchtigen Ehrgeiz („^rjXotura'a") der Britten, vernutze ihn zu DeinemVorteil!" — Alle diese Briefe bilden also eine un unterbrochene Ketteund sind im Laufe weniger Wochen geschrieben; wir müssen sie demJahre 1511 zuweisen, da die politischen Ereignisse, die ihren Inhalt aus-machen, dieser Zeit angehören 1 ).
Ein von Neve 2 ) mitgeteilter, gänzlich undatierter und fast jedesAnhaltes zu einer Datierung ermangelnder Brief von Hieronymus Bus-leyden, dem Propst von Aire in Artois und Mitgliede des GrossenRates in Hecheln, scheint in dieser Zeit zu liegen. Busleyden hatnach langer Erwartung von Erasmus einen Brief erhalten; er freutsich, dass dadurch das Gerücht von seinem Tode widerlegt ist undhofft, noch einmal näher und nachbarlicher mit ihm zu leben (aliquandodaturus nos propius atque vicinius agere); er geht auf den Brief einund tadelt seine allzu freimütige Kritik der Könige, die man dochsicherer vertrauten Ohren als dem Briefe anvertraue; es könnte sichgar leicht ein Angeber finden, deren, wie Erasmus wohl wisse, an
') Vgl. Ulmann, Kaiser Maximilian I. 1891. II, 431 ff.2 ) Felix Neve, La renaissance des lettres et l'essor de l'e"rudition an-cienne en Belgique. Louvain 1890. S. 122 f.
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