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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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weit einfacher. Der unbärtige, braungelockte Evangelist sitzt in hohemgoldenem Lehnstuhle mit grünem Rückenteppich, in blauem Rocke undleuchtendem Purpurmantel. Darüber weiss: Johannes apostolus evan-gelista. Verse: More aquilae alta petit meri/tis verboque Johannes.

fol. 116b. Zierblatt mit grünem Grund. Der Rand ist lila mitGoldranken, zwischen rotem und goldenem Saume. 5 Purpurstreifen mitGoldmajuskeln. Incipit tex / tus saiicti / evangelii / seeundum / Johannem.

Der Text ist durchweg zweispaltig, 30 Zeilen in Goldminuskeln,sehr sorgsam, ziemlich hoch, mit wenig Abbreviaturen.

Technik: Starke Deckmalerei mit den lebhaftesten karolingischeuTraditionen. Die Umrisse sind mit schwarz nachgezogen, die Schattendunkel aufgesetzt und wenig vertrieben, die Lichter sind weiss mitAusnahme der Goldhöhung bei Lucas. Das Incarnat verrät weit mehrdas unsichere Tasten als die Gewänder. Sehr vorsichtig und sichtlichzögernd sind die Köpfe angelegt. Ihre Färbung ist ungesund und bleich.Die Farben sind nie glänzend, aber gesättigt. In den Gesichtern findenwir eine starke Modellierung mit Grün-Braun. Die Linien in Auge undNase sind weit naturalistischer als z. B. im Egbertcodex. Das Kinnist stark herausmodelliert.

Aus dem Kloster Prüm, von dem in dem Codex lat. regin.Christin. 438 (ol. 255) der Vatikana (Gedichte des Wandalbert v. Prüm.saec. X in perg. 14X19 cm. 36 Bl.), eine Kunstleistung aus demAnfange des 10. Jahrh. vorliegt, stammt auch das Prümer Tropariumin Paris, Cod. lat. 9448 (Suppl. lat. 641), das eine deutliche, tech-nische und stilistische Beeinflussung der Egbert'schen Kunstweise nichtleugnet 1 ). Nach Lamprecht (a. a. 0.) trägt der Codex auf fol. 1 undfol. 48b Einzeichnungen, welche ihn in die Zeit um 990 setzen lassen,also gerade in die Blüteperiode der Egbertscheu Kuustübung. Beendigtwurde der Codex nach 993.

Der Codex hat 91 num. Blätter. 16X 32 >6 cm P er S' RoterLedereinband mit Goldpressung.

') Kraus, Codex Egberti 8. 8, Aum. 2. Schnaase IV 2 , S. 633. Lamp-recht B. J. 70, S. 60 Aum. Labarte II«, S. 451, pl. LI. Waagen, Kunst-werke und Künstler in Paris, S. 276. Voege, Malerschule S. 13 Anm-Deckel vgl. Rohault de Fleury. La sainte Vierge I, 277. Strzygowski,Ikonographie der Taufe Christi, S. 46 (ebenda Tafel ll 3 , Abb. der Taufscene).Vgl. Reiners: Corr.-Bl. d. Wd. Ztschr. VII, 232. Die folgende Beschreibunggründet sich auf die gütige Überlassung der Notizen Paul Clemens.

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