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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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zur Gattung der grossen ganzseitigen Zierblätter mit Purpurgrund, vonbreiter Bordüre umrahmt, wie sie für die Cölner Schule charakteristischsind 1 ). Nur kommt hier ausser dem gewöhnlichen blauen und grünenFüllungsgrund noch ein stumpfes Rotbraun hinzu, sowie die Abweichung,dass ein Teil des Initials silbern ist.

Das V auf fol. 14b ist in goldenem und silbernem Rankenwerkauf den Purpurgrund gesetzt; die Füllung ist blau und rotbraun (grün

fehlt also hier). Der Ausläufer >LJn ist in Silber gehalten, das übrige

in Gold. Die dem grossen Initial eigenen Staubfaden und Punktrosettenfehlen, wohl weil der Initial zu klein ist. Die Punkte dagegen fehlennicht. Das Gold und Silber ist rotunterlegt und rotkonturiert, dasSilber hat ausserdem noch einen innern weissen Kontour

Der grosse Initial (oder vielmehr die Initialligatur) ist mit seinenEnden flechtwerkartig in den Randleisten verknotet. Die Füllung istalso eine dreifarbige, die Einknotung rechts ist grün gefüllt, der innereTeil des D um das Ü3 (silber) herum ist blau gefüllt, sonst rotbraun(vgl. die Tafel). Die bekannten charakteristischen Punkte und Punkt-rosetten, sowie Staubfäden mit beigefügten Pünktchen werde ich untenzu behandeln haben.

Der Initial auf fol. 23 a zeigt eine grosse Ähnlichkeit mit demE des Egbertcodex (Tafel 8 Lei Kraus), ohne jedoch dieses Blatt anZierlichkeit zu erreichen. Die Bewegungen der Ranke sind ebenfallsziemlich lebhaft wie in der Kölner Schule, die gerade hier unter stark

Reichenauer Einflüsse steht. Diese Ausläufer, wie auf fol. 14v°

kennen sowohl der Egbertcodex wie- der Echternacher Codex. DieKnöpfe im Engelbertcodex und in der Kölner Schule lösen sich von derRanke freier, stilisierend ab, während sie in unserem Codexe fest undplump ansitzen. Etwas freier, aber doch unserem Codexe ähnlicher,sitzen sie im Echternach Evangeliar 2 ), das die grösste Verwandtschaftmit demselben aufweist.

Wie Voege mit Recht betont hat, ist die Technik ein Haupt-moment mit bei der Bestimmung einer Schule. Das Freiburger Sacra-mentar ist durchgehends in Deckmalerei ausgemalt. Ein ausgeprägtmalerischer Charakter ist noch nicht ausgesprochen, wenngleich Anläufe

') Voege S. 344.2 ) z. B. Tafel 22.