Druckschrift 
Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

i'

,,; .....'',"' .; .

^|

39

'Üü

auf dem Widmungsbild von Cim. 58*) überein. Er sitzt würdevoll mitBart und Tonsur da, der grosse Silbernimbus hat einen schmalen, ab-wechselnd mit schwarzen und weissen Punkten besetzten roten Rahmen,der nach innen einen weissen, nach aussen einen rotbraunen Konturhat. Auf seiner Schulter steht die Taube mit rotbraun-konturiertemGoldnimbus. Die Taube, die ihm in das Ohr flüstert, ist von feinerblaugrüner Farbe, wie Bart und Haupthaar des Papstes. Das Gefiederwird durch feine weisse und rote Aufzeichnungen markiert, das Augeist schwarz, der Fuss rotbraun.

Der Papst trägt eine rotbraune Casula mit weissen Schraffierungenund dunklerem Lokalton getönt. Die Schatten und Lichter sind, wiebei den Vorhängen, mit einer gewissen Breite aufgetragen. Unten schliesstdie Casula mit einer Goldborte ab. Über der Casula hängt das Palliumin Form eines Yförmigen Kreuzes, dessen Arme auf den Schultern liegen.Die Farbe ist ein stark weiss gehöhtes lichtes Rotbraun. Das Palliumist mit roten Kreuzen besetzt 2 ). Der goldene Längsbalkeu reicht zumHalse empor. Die Rückseite der Kasel, von der ein Teil zwischen demrechten Unterarm und dem Knie sichtbar wird, ist zinnoberrot 3 ). DieRückseite des Pallium, welche vom Schosse an abwärts umgeschlagenund also sichtbar ist, ist grün mit zinnoberroter Höhung. Die blau-grüne, mit goldener Borte besetzte (sie ist am rechten Handgelenksichtbar) Tunica ist mit weisser und dunklerer Lokalfarbe kräftig gehöht.Um den Hals trägt der Papst ein hellbraunes stark weissgehöhtes Hu-merale mit Lappen. Auf demselben geht ein wagrechter blaugrünerStreifen mit rotbraunem Kontur nach oben und unten; letzterer istwellenförmig und wird noch von einem gleichlaufenden weissen Konturbegleitet. Unten sieht die silberne, mit goldener Borte verbrämte Stolaheraus. Die in blauschwarzen Schuhen steckenden Füsse stehen auf einemblaugrünen Fussbrett mit weisser Strichhöhung und rotbraunem Kontur.

Mit der linken Hand, in der er auch das Tintenfass hält 4 ), fasst

x ) Janitschek, D. Malerei S. 72.

2 ) Da die Bezeichnung der Pallien mit Kreuzen erst, nach Kraus(Codex Egberti S. 17) im 10.11. Jahrh. aufkommt, so ist es schon ausdiesem Grunde unmöglich, die Handschrift höher hinaufzusetzen als iu dieletzten Jahre des 10. Jahrhunderts.

3 ) Eine solche lebhafte Farbe der Rückseite von Stoffen und Gewändernhat der Codex auch sonst (Vorhang, Tunica, Gewand des Engels). Auch imBremer Evangelistar finden wir denselben Zug. Müller a. a. 0. S. 59.

4 ) Dasselbe hat die Form eines kleinen Hornes, wie oft in karoling.Zeit, vgl. Leitschuh a. a. 0. S. 445.

«:.* Sgl

m

9B