Druckschrift 
Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
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Textes siud in den Raum zwischen die beiden Senkrechten hinein-geschrieben, wobei sich die senkrechten Läugebalken der Buchstaben,meist mit der ersten der Senkrechten decken, während die gerundetenTeile etwas über dieselbe hinausragen.

Die Tinte ist von fol. 23b an, wo der eigentliche Text beginnt,braun. Auf fol. 31a setzt ein anderer Schreiber ein, der mit dunklerer,fast schwarzer Tinte schrieb. Bei ihm wird die Schrift grösser, dieBuchstaben gewinnen an Sicherheit. Der Schreiber ist offenbar geübterals der erste. Die Buchstaben werden gerader, fast möchte ich sagen,der Druckschrift ähnlicher, während die des ersten Schreibers etwasschräge lagen.

Der Text zeigt Minuskelschrift saec. X exeunt. Die meisten An-fangsbuchstaben und hervorragend wichtigen Worte und Sätze (besonders inder auf fol. 1-23a angewandten sorgfältigen Majuskel und Minuskel-zierschrift) sind Majuskeln. Letztere zeigen sich schwankend und un-sicher; eine bestimmte Regel ist nicht eingehalten. Capitale und Uncialefinden sich willkürlich nebeneinander, manchmal sogar in demselbenWorte. Das Wort Redemptio z. B. auf fol. 13v° zeigt E und S,ferner M und (*) (vgl. Codex Egberti herausgeg. v. Kraus Tafel 3),

(fol. 27a).

0^ D, ^SsA/, />, r,./y ( f,

Von der Schrift unseres Codex, die eine grosse Ähnlichkeit mit derdes Egbertcodex aufweist, lässt sich dasselbe sagen, was Lamprecht 1 )über die des Echternacher Codex in Gotha mitteilt:Es drückt sichganz die Formenunsicherheit der Majuskel aus, welche das 10 , 11.und teilweise noch das 12. Jahrhundert im Rheinlande charakterisiert."Diese Formenunsicherheit, die v. Oechelhäuser 2 ) auch auf Reichenaukonstatiert, war besonders den 10. Jahrhundert eigen, indem sich dieSchrift von der karolingischen Tradition zu emanzipieren begann. EineBeeinflussung der Schrift des Egbertcodex auf die des Freiburger Sa-cramentars ist nicht leicht von der Hand zu weisen.

Die Notenschrift (fol. 64/5) der Neumen entspricht dem ModusOttinc 3 ).

Die erste Lage der Hs. ist' eine Ternio. Die Ternionenzahl b

*) Bonn. Jahrb. LXX. S. 84.

2 ) a. a. 0. S. 18/9.

3 ) Vgl. de Coussemaker, Histoire de l'harmonie au moyen-äge, Paris1852, und Pauls Grundriss der German. Philologie II, 2 S. 367.