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Jaspar von Gennep und die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache in Köln
Entstehung
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IV.

Das dritte und vierte Jahrzehnt möge durch folgende 3 Druckevertreten werden:

1. ,Eyn Spiegel d[er gotlichen voljkomenheit' 1529 x ).

2. ,Der rechte wech zo der Euangelischer volkomenheit. (Gedruckttzo Coellen vp der Burchmuren Anno 1531).'

3. ,Ein boechelche vür die Kinder in der Dütschen Schällen.Item / Wie man einem ydern / hoges vii nydern Stands / syne Tittel saligeuen.' Köln bei Gymnich 1534.

Die Sprache lässt sich folgendermassen charakterisieren: Vokaleund Konsonanten sind fast durchgängig kölnisch.

Die Deklination zeigt im Gen. und Dat. der Femin. in ö, diefrüher überwiegend schwach flektiert waren, Formen wie van der doüffe.Der Nom. Sing, erscheint ohne -e: die seel, das Adjektiv nach dembestimmten Artikel stark flektiert, Erscheinungen, die wir später nochweiter zu beobachten haben werden.

Konjugation: 3. Pers. Sg. Praes. des Verb, subst.: is; 2. Pers.Sg. der Praeterito-Praesentia lautet überwiegend du saht, während sonstdu salt wie du ivilt gebräuchlich ist. — Die 1. Pers. Sg. Praes. desst. und schw. Verbs lautet überwiegend ich geuen; ich meynen.

Mit diesen Drucken haben wir uns dem ersten deutschen Druckunseres Gennep genähert, der sich, wie wir sehen werden, in keinerWeise sprachlich von den eben behandelten Kölner Presserzeugnissenunterscheidet.

§ 9. Genneps Drucke bis 1541 mit Vergleichung des Homulusvon 1548 und 1554.

1535 erschien ,Uan dem feeg Feur, gewalt der heiiger kirche,verlässung der sundt, kynderthauf vnd von anröffung der heilige. Gruntlichbewerdt vss der heiliger geschrifft, durch heer Peter Blönieuene, Priorder Carthuser tzii Cölnn. Gedruckt tzu Cölnn durch Jaspar von Gennep.Jm iär vnss beere MCCCCCXXXV.'

') Kr. 1 und 2 sind von Birlinger und Crecelius in ihren AltdeutschenNeujahrsblättern (Wiesbaden 1874) S. 110—146 ausgezogen; Nr. 3 liegt inBerlin (Kgl. Bibl. Ep 2506).