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Jaspar von Gennep und die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache in Köln
Entstehung
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In Köln bat die grosse Quentelsche Druckerei einen Korrektor beschäf-tigt; in "Wicels Schrift ,Von der "Warbeit der Altkyrchischen Liturgy'(Köln, Quentel 1551) sind am Ende die Erratula angemerkt 1 ).

Sonst scheint man in Köln, soviel ich sehe, die Sprache desManuskripts treu wiedergegeben zu haben. Denn ebenso wie die Sprache•der kölnisch schreibenden Autoren gewahrt ist, treffen wir auch in Werkenvon nicht-kölnisch Schreibenden, ja selbst in Nachdrucken von Schriftenin gemeindeutscher Sprache die betreffende Lautform unangetastet 2 ).

Aus dem Gesagten ergiebt sich, dass sich in derselben StadtDrucke des verschiedensten Charakters neben einander finden können,die keineswegs den gleichen "Wert für eine Darstellung der schriftsprach-lichen Entwicklung haben. Wir müssen daher auch die Kölner Druckein verschiedene Klassen teilen.

§ 7. Die oberdeutschen Drucke in Köln vor 1540.

Zu einer Zeit, als Kanzlei und Literatursprache sich noch voll-ständig des Stadtdialektes bedienten, finden wir eine Anzahl von KölnerDrucken, die entweder ein Gemisch von obd. und kölnischen Formenzeigen oder ganz in gemeinem Deutsch gedruckt sind.

Ersteres zeigen die Ursuladrucke der Berliner Kgl. Bibliothek.

1. ,DJe historien von sant Vrsulen vnd den Elff thausent jonffrauwenvnnd dar bey aller kyrchenn vn gotzhösser mit yren principail heyltomder wirdiger Stat Collen.'

In fine: ,Gedruckt zo Coellen vp sant Gereons Strasse tzo derroeder portzen Jn dem jair vns hern thausent vunff hundert vnd nüyn'(Weller, Rep. 496; Wackernagel, Bibl. zur Geschichte des deutschenKirchenliedes 1855 XLVII) 3 ).

2. ,DJe historien von sant Vrsulen ind den Eylff Thausent jun-ffrauwen vnd dar bey aller kyrchen vnd gotsheuser mit yren principailheyltom der wirdiger Stat Coellen'.

In fine: ,Gedruckt . . . vff sant Gereoins straysse in der Roederportzen Jn dem jair vns herren MCCCCC vnd XI' (Wackernagel, Bibl.

x ) Ein Seitenstück zu der bei Kluge S. 56 angeführten Klage Emsersüber die Druckfehler seiner Bibel ist die Unterschrift unter Dr. Joh. Men-singks Schrift ,Von dem Testament Christi' 1526 (s. 1.) (Ex. in Marburg):JEs wSlde hierbey vn d dergleyclien eyn guttiger lesser Tceyn vordriess tragen.

2 ) Siehe § 7.

8 ) Berlin Yg. 6392.