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Gegenschriften der Jahre 1543—45, die Protokolle, Protestationen,Bedencken und wie sie sonst benannt sind, welche dem Landtage hand-schriftlich vorgelegt wurden, wurden nämlich sofort gedruckt x ) und tratenso in die Reihe der Druckwerke ein, auf deren Sprache sie einen somächtigen Einfluss ausübten, dass seitdem wie mit einem Schlage derDialekt aus der Literatursprache schwindet. Natürlich dauerten ortho-graphische Dialekteigentümlichkeiten noch einige Zeit fort; doch ein reindialekt-kölnischer Druck ist nach 1543 nicht anzutreffen.
Der Drucker nun, bei dem die sämtlichen Verhandlungen derLandtage von 1543—45, die in einem Wolfenbüttler und (noch voll-ständiger) in einem Berliner Mischband vorliegen, gedruckt wurden, istJaspar von Gennep; an seinen Drucken werden wir also am deutlichstendas allmähliche Eindringen der gemeinen Sprache erkennen können.Daher wollen wir seine Drucke der Geschichte der schriftsprachlichenEntwicklung seiner Vaterstadt zu Grunde legen, besonders da er, selbstvon kölnischer Geburt, mitten in dieser Entwicklung stand und sichferner als Schriftsteller und Übersetzer einen Namen erworben hatte.
§ 2. Jaspar von Gennep nad seine Druckerei.
Jaspar von Gennep 2 ) stammt, wie der Name zu beweisen scheint,aus einem altkölnischen Geschlechte; denn Gennep ist ebenso wie Gür-zenich und Kettwig einer der Bauernhöfe 3 ) Kölns, von denen der letztereja auch dem Drucker Bongard von Kettwig den Namen gegeben hatte.
Der früheste belegbare Druck Genneps ist des ,Dionysius Carthu-sianus Vita et Catalogus operum, Coloniae per Jaspar Gennep' 1532. 8.(s. Panzer, Annalen VI, 423), der letzte uns bekannte Druck, die von ihmübersetzte ,Postilla des Franciscus Polygranus 1564'; in den handschrift-lichen Annales typogr. Colonienses des K. von Büllingen wird freilichnoch zum Jahr 1574 ein Druck dieser Postilla erwähnt, jedoch mit derUnterschrift: ,man find sie (zu) Muff bei/ Johan Walldorf ivolmhaft auffdem Thumhoff.' Vielleicht ist dieser "Walldorf der Nachfolger unseres
*) Siehe § 10. Sie sind gesammelt in einem Wolfenbütteler (79 Jurid.)und einem Berliner (Th. 6294) Mischbande; Einzeldrucke besitzt die KölnerStadtbibliothek. Des Erzbischofs Entgegnungen (gedr. bei L. v. d. Mülen)s. ebenfalls in § 10.
2 ) Vgl. im allgemeinen Hartzheim, Bibliotheca Coloniensis S. 50. 155;Ennen IV ; Norrenberg, Homulus Viersen 1873 S. 32. 33; Allgemeine DeutscheBiographie VIII, 793; Wetzer u. Weite, Kirchenlexikon V, 294.
3 ) Ennen, Geschichte der Stadt Köln I, 127. 406—408; III, 1006.