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Jaspar von Gennep und die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache in Köln
Entstehung
Seite
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erwähnten /», welche zu Konsonanten und zwar nicht nur wie früher zug (erleäigungh, vnscliuldigh, tagh . . .) und t (gethaen, fhüh; gerathen,weither), sondern auch zu d (gedhienet), k (kliomen, vrkhundt), w(geivhondt) und n (nhameri) hinzugesetzt werden. Wir werden dieseErscheinung auch in den Drucken wiederfinden.

Die Schreinsbücher endlich bieten uns eine fortlaufende Ent-wicklung von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis in das 17. Jahrhundert.Auch sie, zu den Urkunden der inneren Verwaltung gehörig, verharrenzunächst länger im Dialekt.

Erst c. 1546 treten sporadisch die neuen Diphthonge auf.1546 (Schreinsbuch 49) moüre1549 „ Brouioyler,

doch tritt erst 1570 mit Eegelmässigkeit an die Stelle des einleitenden;kundt sy dat die Formel kunt sei/ das.

Mit dem Jahre 1580 bereits, also zuletzt doch mit grosser Ge-schwindigkeit, ist dann die gemeine Sprache durchgedrungen. DieseDatierung findet in den übrigen Schreinsbüchern ihre Bestätigung.

Fassen wir zum Schlüsse die gewonnenen Resultate noch einmalzusammen, so sehen wir, dass diejenige Kanzlei, welche am frühestenzu einer gemeinen Sprache gelangt, in Köln die des Erzbischofs ist;,gleichzeitig hat auch die auswärtige Ratskanzlei ihre Entwicklung be-endet, während in der inneren Verwaltung beider Kanzleien noch eineZeit lang der Dialekt vorherrscht.

Eine Tabelle wird die Resultate anschaulicher machen 1 ).

Kanzlei

Erstes

Auftreten

der

neuen

Diphthonge

Im Kon-sonantismuszeigt sichvereinzeltobd. Einfluss

Gemein-sprache mit

geringendialektischen

Formen

Aufhören

der

dialektischen

Formen

Erzb. Urkunden . .

c. 1520

c. 1500

1542-3

1544

Mann-Lehnsbuch .

c. 1529

1516

c. 1550

?

Briefbücher (Brb.).

1517

1510

1541—3

1600

Ratsprotokolle(Rpr.)

1522

1520

1549

1650 (!)

Turmbücher ....

?

?

1560

c. 1585

Schreinsbücher. . .

1546

1560

1570

1578

') An den offen gelassenen Stellen war eine Datierung der Lücken-haftigkeit oder Unvollständigkeit der Überlieferung wegen nicht möglich.

MUH