■ Hi ■
Gennep, gerade wie, er selbst seine Druckerei nicht neu gegründet zuhaben scheint, sondern wohl die Werkstatt des Herrn. Bongard aliasStouvenstein de Kettwig übernommen hat, der 1497—1521 in demHaus zum wilden Mann auf dem alten Markt druckte 1 ). Seit 1537wohnt Gennep vff der iveyerportzen, der porta vivariensis und erscheintauch in den Kölner Katsprotokollen als Burggraf der Weyerpforte 2 ).Er scheint bis c. 1535 nur eine Druckerei ohne einen selbstän-digen Verlag gehabt zu haben. In der Vorrede zu seiner Schrift ,EynErnsthafftigs Gesprech/ zwische Jaspar Gennep . . ./ Vnnd CyriacoSpangenberg über die Geschieht Beschriebung/ (!) . . Sleidanr . . 1561giebt er nämlich selbst ein Verzeichnis der bei ihm gedruckten Werke, sagtjedoch S. XI „Diss seyndt die vorneniste bächer . . . deren ich etlicheim vertag vnd hosten des Hochachtpam vnnd fursichtigen wysenl HerrenGotfridi Hittorpy, jetminder Burgermeister diser löblich Stat Collen jetliche für andere ansehnliche Büchfurerj vh den mchrern teil} aberfür mich selbst gedrückt hab/." So haben wir in der That 3 Druckedes Jahres 1535 (Panzer XI 407 und VI 431), die das impressumCol. expens. P. Quentel neben dem exeudebat Jaspar Gennep in finezeigen, ferner einen Druck des J. 1536, nämlich den ,Elucidariuspoeticus collectore H. Torrentino Coloniae ex officina Jasparis Gennepaeiimpens. M. Godefridi Hittorpy 1536.' (Panzer VI 437). Dazu trittdann seit 1535 eine immer wachsende Zahl von Drucken seines eigenenVerlages.
Weiteres über Genneps persönliche Lebensumstände wissen wirnicht; weder sein Geburts- noch sein Todesjahr ist bekannt; doch könnenwir seine Geburt in das erste Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts setzen(,Gesprech' A 4 b so eyn Büchtrucker, der von iitgent vff mit buchen
') Vgl. Biillingen, a. a. 0. die vitae der einzelnen Drucker; Norren-berg S. XI.
2 ) Rpr. 14 und 16, wo er jedoch nicht mit Namen genannt ist, sondernkurzweg als der boiehtrucker bezeichnet ist. Ein weiteres städtisches Amthat er wohl nicht bekleidet; denn in den Verzeichnissen der Katsherren undstädtischen Beamten (handschriftlich im Kölner Stadt-Archiv) ist er nichterwähnt. Befremdlich ist auch, dass weder im Schreinsbuch Brigidae (hand-schriftlich im Külner Stadt-Archiv), welches den alten Markt umfasst, nochin dem der Weyerstrasse seiner Erwähnung gethan wird. Das erstere deutetdarauf hin, dass ihm das Haus zum wilden Mann nicht selbst gehörte, daszweite darauf, dass ihm vielleicht die Thorräume der Porta vivariensis selbstzur Benutzung für seine Druckerei überlassen wurden, die dann als Eigentumder Stadt nicht in das Schreinsbuch aufgenommen worden sind; vgl. auchEnnen IV, 604. 725.