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Charactereigenschaften Friedrich "Wilhelms III.
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kischen Volksstammes. Das Verhältniss zwischen dem Mo-narchen und den neuen Unterthanen war von vornhereinkein herzliches.
Die Charactereigenschaften des Königs waren nichtdazu angethan, die neuen Unterthanen an sich heranzu-ziehen; er war ernst und zurückhaltend in seinem Wesen,kurz und gemessen im Ausdruck, häuslich und sparsamin seinen Bedürfnissen, Eigenschaften, die nicht im Standesind, die Menge hinzureissen. Bei seinem nüchternen, aufdas praktisch Erreichbare gerichteten Sinn fehlte ihm derideale Schwung der Seele ganz und gar. Deshalb konntees auch unter seiner Begierung vorkommen, dass dieSteine der wundervollen Kirche der Abtei Heisterbach aufFuhren über den Bhein geschleppt wurden, um für denBau der Festung Jülich verwendet zu werden. Selbst diegrossen historischen Erinnerungen des eigenen Geschlechtesvermochten ihn nicht zu erwärmen. So musste das impo-sante Schloss von Cleve, die Wiege der brandenburgischenMachtstellung am Niederrhein, kurz nach den Freiheits-kriegen auf den Abbruch verkauft werden, weil er dieKosten der Beparatur und Unterhaltung zu sparen wünschte.Die Bewohner der Ost-Hälfte der Monarchie schrieben dieseEigenarten des Characters dem vielen Herben und Schmerz-lichen zu, was an der Seele des Königs vorübergezogenwar, während die Westdeutschen darin nur Engherzigkeitund Kleinlichkeit sehen wollten. Wahr ist, dass die furcht-baren Schicksalsschläge einen tiefen Eindruck in seinerSeele hinterlassen und nur dazu beigetragen hatten, seinechristliche Weltanschauung, die durch und durch echt war,immer mehr zu vertiefen. Er stand darin ganz in seinerZeit, welcher der ästhetische Cultus des religiösen Gefühlesdie Hauptsache, der dogmatische Lehrbegriff das Neben-sächliche war. Darum war ihm auch die Anbahnung derevangelischen Union zwischen Calvinern und Lutheranern,unbekümmert um die trennenden Dogmen, eine Herzens-sache, für die er Alles einsetzte. So wenig sympathischihm auch der Katholicismus im Allgemeinen sein mochte,so sehr war ihm doch die josephinisch-wessenbergischeStrömung im Bereich dieses Bekenntnisses willkommen,denn er sah in ihr die Vorbedingung zur Schaffung einerdeutschen Nationalkirche, von der er hoffte, dass sie infriedlichem Nebeneinander wohnen Calviner, Lutheraner undKatholiken umschliessen könne. Wie sehr auch das seelische