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2 (1893) Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung
Entstehung
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V. Der politische und kirchlicheZusammenbruch der Erzdiöcese.

Seit dem Sturze des Truchsess hatten die nachge-borenen Söhne des Hauses Witteisbach den Kurhut desErzstifts in ununterbrochener Reihenfolge von 1583 biszum 6. Februar 1761, dem Todestage von Clemens August,getragen. Der politische Zersetzungsprocess, der sich inDeutschland seit den Zeiten des westphälischen Friedensvollzog, wurde durch die kirchlichen Würdenträger desWittelsbach'schen Hauses in ihrer Anlehnung an Frankreichund in ihrer Verbindung mit dieser Macht geradezu ge-fördert. Das Streben der französischen Politik war unaus-gesetzt auf die Schwächung von Kaiser und Reich gerichtetund mit um so grösserem Erfolg, als die politische Macht-sphäre der Kölner Erzbischöfe dadurch, dass sie meistensgleichzeitig die Metropolsitze von Lüttich, Münster, Pader-born, Hildesheim und vereinzelt auch von Osnabrück innehatten, dem westlichen Nachbar die bequemste Handhabebot, seinen Einfluss zum Verderben der deutschen Nationgeltend zu machen. Wenn auch die ersten Witteisbacherstets eine streng kirchliche Gesinnung bekundet hatten,so war es doch eine natürliche Folge der Vereinigung sovieler Bisthümer in einer Hand, dass schliesslich diepolitische Verwaltung dieser Ländergebiete als das Zielund die Aufgabe der geistlichen Herrscher angesehenwurde und die Führung des kirchlichen Hirtenamts alsetwas Nebensächliches erschien. Bei der engen Verbindungzwischen dem kurfürstlichen Hofe und dem französischenwar es kaum anders zu erwarten, als dass der Einflussder sogen, gallicanischen Anschauungen sich in der all-mäligen Abwendung von den streng kirchlichen Grund-sätzen bemerkbar machen rnusste. Damit gesellte sich zudem politischen auch noch ein kirchlicher Zersetzungs-process, der unter den letzten Witteisbachern durch die Ein-

Binterim and Mooren, Erzdiöcese Köln II. 31

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