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2 (1893) Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung
Entstehung
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VI. Die letzten Veräusserungen deskirchlichen (domanialen) Eigenthums.

Die Neuordnung der politischen Verhältnisse Europas,die sich der Wiener Congress zur Aufgabe gestellt hatte,wurde in den meisten Staaten die Quelle einer allgemeinenUnzufriedenheit und die Ursache neuer Erschütterungen.Für die Niederwerfung der napoleonischen Macht hattendie Völker unermessliche Opfer gebracht, ohne dass hinter-her ihre Ideale in irgend einer Weise verwirklicht wordenwären. Auch der Diplomatie, die für ihre verschiedenenHöfe nur nach Wiedererlangung des Verlorenen, neuemZuwachs an Macht und Abrundung des Besitzes trachtete,war es nicht gelungen, die Enttäuschung der einzelnenHerrscher in Betreff der ihnen zuerkannten Entschädigungenzu verhindern. Zu diesen Unzufriedenen gehörte KönigFriedrich Wilhelm III. von Preussen. Keine Nation hattebei der Besiegung Napoleons grössere Opfer an Gut undBlut gebracht als eben die preussische, und darum glaubteder Herrscher mit Recht eine besonders weit gehende Be-rücksichtigung der Interessen seines Landes erwarten zudürfen. Sein Sinn war auf die Erwerbung von Sachsengerichtet. Grerne hätte er zur Erreichung dieses Zieles diealten Besitzungen seines Hauses im Westen, wie Jülich,Cleve, Berg nebst Mark und Ravensberg geopfert, wenner damit die Dynastie der Wettiner nach Westphalenhätte verpflanzen können. Die damalige Staatskunst rech-nete nur mit Quadratmeilen, Seelenzahl und Revenuen, dieZerschneidung der ethischen Banden, welche Jahrhundertehindurch eine Dynastie mit einem bestimmten Lande ver-bunden hatte, war ein Bedenken, das nicht einmal in Fragekommen durfte. Zudem konnte Friedrich Wilhelm sichauf die Handlungsweise seines Bundesgenossen, des KaisersFranz berufen, der leichten Herzens die Trümmer derburgundischen Erbschaft Flandern, Brabant, Hennegau,