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2 (1893) Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung
Entstehung
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I. Entwickelung und Folgen derKirchentrennung in der Erzdiöcese.

Die unglücklichen Ausgänge der politischen Unter-nehmungen des Erzbischofs Dietrich von Moers, namentlichdie Fehde mit der Metropole Köln, die erzwungene Ab-tretung von Xanten an den Grafen von Cleve, das traurigeEnde des Hussitenkriegs und ganz besonders der Verlustdes reichen Soest und seiner fruchtbaren Börde hatten daseinst so blühende Land in den Zustand der tiefsten Armuthund grössten Verschuldung gestürzt. Wenn auch nicht zuleugnen ist, dass Dietrich unausgesetzt bemüht war, diekirchliche Zucht und das religiöse Leben in seinem Sprengelzu heben, so folgte dem Erzbischof doch die Abneigung,um nicht zu sagen der Hass seiner Unterthanen in's Grab,als der Tod ihn am 12. Februar 1463 auf seinem SchlosseZons aus diesem Leben abberufen hatte. Noch trostloserwurden diese ohnehin so traurigen Zustände unter seinemNachfolger Ruprecht von der Pfalz, der um die Gelderfür seine masslose Verschwendung herbeizuschaffen, die inden Zeiten der Noth verpfändeten Städte und Schlössermit gewaffneter Hand an sich zu reissen suchte und somitdie Pfandinhaber in Rettung ihrer rechtlichen Ansprüchezum Kriege drängte. Mord, Brand und Zerstörung herrschtein der Erzdiöcese überall dort wo die sich bekämpfendenParteien aufeinander stiessen. Selbst die Bundesgenossen-schaft mit dem mächtigen Herzog von Burgund vermochtedie ungerechte Sache Ruprechts nicht zu fördern. Nacheiner vergeblichen, 11 Monate hindurch fortgesetzten Be-lagerung musste Karl der Kühne 1475 von Neuss abziehenund Ruprecht, der in der weitern Fortführung des Kriegesvon hessischen Spionen verrathen und gegen Pfingsten1478 als Gefangener nach der Burg Blankenstein bei Mar-

Binterim und Mooren, Erzdiöcese Köln II. 1*