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Der Geldwertk im Mittelalter.
Die Matrikel trägt auf dem zweiten Blatte die Notiz:„Abtei Steinfeld" und ist wahrscheinlich eine in dieser Abteiim Anfange des 18. Jahrhunderts gefertigte Abschrift.
So werthvoll diese verschiedenen Documente auchsein mögen, so beziehen sie sich doch nur auf einzelneGebiete des alten Erzbisthums. Vielleicht lassen sich nochErgänzungen aus den Schätzen des münsterschen Staats-Archivs hinzufügen. Alle noch so genauen Zahlen-angaben der wechselnden Erträge der verschiedenenPfründen, mögen sie sich auf Geld- oder Naturaleinkünftebeziehen, würden immerhin falsch beurtheilt werden, wennwir uns nicht aufs sorgsamste mit dem wechselnden Werthdes Geldes in den verschiedenen Jahrhunderten vertrautgemacht haben. Erst die genaue Kenntniss dieser Ver-hältnisse wird es uns ermöglichen, für die wirtschaftlicheLage der Geistlichkeit sowohl im Mittelalter wie in denihm folgenden Jahrhunderten ein fichtiges Verständnissauf Grund der angeführten Belegstücke zu gewinnen.
Die von Karl dem Grossen bestimmte Währung, nachder XX solidi aus einem Pfund Silber geprägt werdensoll, wurde nicht blos in Folge der vielfach an Fürsten undStädte verliehenen Münzprivilegien, sondern auch durchfreie Entschliessungen des Reichsoberhauptes schon früh ver-lassen. Als Kaiser Friedrich mit Urkunde vom 9. Januar1166 (L. U. L 412) der Stadt Aachen das Prägerecht verlieh,hiess es in dem Diplom: „De marco conventus XXIV solidi,duodecim solidis coloniensium semper equipollentes". Damithatte von vornherein die Aachener Mark nur den halbenWerth der Kölner Mark. Im Jahre 1339 erhielt derHerzog Reinald von Geldern durch Kaiser Ludwig vonBayern das Recht Goldmünzen prägen zu lassen, die denkölnischen, brabantischen, hennegauischen und holländischenin Bezug auf inneren Werth entsprechen sollten. Nacheiner Reihe von Jahren war überall das ursprünglicheVerhältniss geändert. Um 1376 war die Kölner Markgleich 1 '/s Mark von Aachen; zehn Jahre später war dieAachener Mark bis auf 1 1 /ia gesunken. Vier KölnerMark gingen auf eine Mark von Xanten, während 1 */sMark von Neuss den Werth einer Xantener Mark er-reichten. Höher dagegen als die Xantener Mark standdie von Nymwegen. Auch die Weseler Mark galt eineZeit lang für höher als die Xantener, sank aber dann sosehr, dass sie als marca levis im Gegensatz zu der gravis
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