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In den Geisteswissenschaften gibt es in der voraussehbaren Zukunftkeine Alternative zum Buch als Publikationsform. Abgesehendavon, daß historische Literatur aus konservatorischen Gründenüber andere Informationsträger vermittelt werden muß, wird neueLiteratur - mit Einschränkungen, über die noch zu sprechen ist -weiterhin in Buchform veröffentlicht werden müssen. MöglicheLösungen von Publikationsproblemen liegen daher nicht im Ver-zicht auf das Buch, sondern im Verzicht auf das, was sich inverschiedenen Formen als Alternative zum Buch anzubietenscheint.
Die geisteswissenschaftliche Erkenntnis ist infolge ihrer spezifi-schen Struktur nur in einem Medium zu vermitteln, das einendetaillierten Diskurs aufzunehmen vermag. 6 Große Textmengenkönnen heute von verschiedenen Informationsträgern gespeichertwerden, und manche von ihnen sind in ihrer Aufnahmekapazitätdem Buch weit überlegen. Der Vorteil des Buches liegt indessennicht auf der Seite der Aufnahme des Informationsgehalts, sondernauf der Seite der Wiedergabe, und alle Schwierigkeiten in derHerstellung des Buches als ,Textträgers' werden durch seine emi-nent leichte und vielseitige Benutzbarkeit mehr als ausgeglichen.
Bei der in den Geisteswissenschaften natürlicherweise hohen Li-teraturaufnahme spielt diese Einfachheit des Buches die entschei-dende Rolle. Die geisteswissenschaftliche Forschung ist weitgehendIndividualforschung, und sie wird dies wohl auch in Zukunftbleiben. Ausgedehnte Lektüre findet noch immer, vielleicht auchwieder zunehmend häufiger, in privater Umgebung statt. Unterdiesen Voraussetzungen steht der Aufwand für die elektronischeSpeicherung und Übermittlung von Texten, die auch in Buchformverbreitet werden können, zumindest für den Augenblick in keinemVerhältnis zu einem möglichen Nutzen. Für alle öffentlich be-nutzten Bibliotheken wäre eine apparative Ausstattung erforderlich,die für absehbare Zeit jenseits der Beschaffungsmöglichkeiten liegt.Und im privaten Bereich ist eine entsprechende Ausstattungwenigstens zur Zeit noch unerschwinglich.
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